Ab April : Caputh bekommt seine sechste Hausärztin

Internistin Jana Rosentreter zieht aus Babelsberg in die Räume im Ärztehaus. Die Praxis öffnet im April.

Raus aus Potsdam. Ärztin Jana Rosentreter arbeitet künftig in Caputh. 
Raus aus Potsdam. Ärztin Jana Rosentreter arbeitet künftig in Caputh. Foto: privat

Caputh - In Caputh wird es ab April eine Hausärztin mehr geben: Die Internistin Jana Rosentreter wird sich ab dem 1. April im Ärztehaus in Caputh niederlassen. Sie habe schon seit Längerem darüber nachgedacht, in einer Praxis im Umland zu arbeiten, sagte sie den PNN. Dafür verlässt sie nach zehn Jahren nun ihre Praxisräume in der Babelsberger Großbeerenstraße. In Caputh wird sich Rosentreter zusammen mit Arzthelferin Janette Modrow in den ehemaligen Praxisräumen von Ärztin Uta Schlichting im Ärztehaus in der Straße der Einheit 39 niederlassen. Sie plant außerdem das Team in den kommenden Jahren mit Mitarbeitern aus Caputh zu erweitern. Allgemeinärztin Schlichting zieht zwar ebenfalls um, allerdings nur ein paar Straßen weiter: Derzeit ist ihre Praxis geschlossen, am 10. Februar eröffnet Schlichting die neue Niederlassung Am Torfstich 28.

Mit Jana Rosentreter gewinnt Caputh eine weitere Hausärztin, wie Christian Wehry, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), sagt. Mit ihr werde es ab April sechs Hausärztinnen in Caputh geben. Laut Wehry hat der Zulassungsausschuss, ein unabhängiges Gremium von KVBB und Krankenkassen, in einer Sitzung im Dezember Jana Rosentreter mit vollem Versorgungsauftrag als Hausärztin zugelassen. Die Zahl der Ärzte richte sich nach dem Versorgungsgrad für einen bestimmten Bereich, erklärt Wehry. Theoretisch könnten in Caputh sogar noch weitere Hausärzte zugelassen werden. Ob die Caputher derzeit unterversorgt sind, konnte er nicht einschätzen.

Facharztausbildung in der Berliner Charité

Grund für Rosentreters Umzug und sei ihr Wunsch, mehr im ländlichen Bereich zu arbeiten. Sie schätze die familiäre Atmosphäre auf dem Dorf, sagt Rosentreter, die selbst auf dem Land aufgewachsen ist. Seit zwei Jahren wohnt sie außerdem bereits in Michendorf, nur wenige Kilometer von Caputh entfernt.

Rosentreter ist Fachärztin für Innere Medizin sowie für Notfallmedizin und wird sich in Caputh wie zuvor in Potsdam um die hausärztliche Versorgung kümmern. Während des Medizinstudiums an der Humboldt-Universität arbeitete sie unter anderem auf der Onkologie-Station des Berliner Virchow-Klinikums. Ihre Facharztausbildung absolvierte Rosentreter an der Berliner Charité, den Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin sowie am Klinikum „Ernst von Bergmann“ in Potsdam.

Sie arbeitete unter anderem in den Bereichen Onkologie, Hämatologie, Kardiologie und Gastroenterologie sowie in der Chirurgie. Vor Beginn ihres Studiums machte sie außerdem eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester. Während des Studiums war sie weiterhin als Krankenschwester tätig und arbeitete in der Sterbebegleitung von an Krebs erkrankten Menschen.

Zuhören als wichtiger Teil der Arbeit

Schon als Kind habe sie immer allen helfen wollen, erzählt Rosentreter. Das sei eine Motivation gewesen, Ärztin zu werden. Außerdem begleitete sie ihre Mutter manchmal zur Arbeit, die als Pflegerin in einem Seniorenheim tätig war. Es gefiel ihr zu sehen, wie ihre Mutter mit den älteren Menschen umging und sie schätzte den persönlichen Kontakt zu den Senioren. Das ist auch heute noch so: „Ich höre ihnen gern zu“, sagt Rosentreter.

Überhaupt ist das Zuhören für sie wesentlich in ihrer Arbeit. Immer mehr Menschen seien einsam. „Das Zuhören ist in der heutigen Zeit am wichtigsten geworden“, meint die Ärztin. Auch auf die Menschlichkeit komme es ihr an: mal jemanden in den Arm nehmen, mal einen Witz machen. Erst einmal stehe nun aber der Umzug bevor. 

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