Potsdam-Mittelmark : 62 Prozent Aufklärungsquote sind Spitze

Polizeiwache Werder zog positive Bilanz / Weniger Wohnungseinbrüche nach Überführung von Serientäter / Zu viele Unfälle mit Verletzten

Hagen Ludwig

Polizeiwache Werder zog positive Bilanz / Weniger Wohnungseinbrüche nach Überführung von Serientäter / Zu viele Unfälle mit Verletzten Von Hagen Ludwig Werder. Mit einer Aufklärungsquote von 62,1 Prozent im Jahr 2003 nimmt die Polizeiwache Werder einen Spitzenplatz im Land Brandenburg ein. „Noch im Jahr 2002 konnten nur 52,4 Prozent aller Straftaten aufgeklärt werden – eine Steigerung, auf die wir stolz sein können“, sagte Werders Polizeichef Hans-Jürgen Senger gestern auf einer Pressekonferenz. Die Zahl der angezeigten Straftaten ist indes gegenüber 2002 um 230 gestiegen. Der Wachenleiter kann allerdings auch dieser Tendenzl einen positiven Aspekt abgewinnen: „Die Bürger haben Vertrauen in die Polizeiarbeit gewonnen und bringen jetzt mehr Sachverhalte wie zum Beispiel Graffiti-Schmierereien zur Anzeige“, berichtete er. Seit März konzentriert sich das Einsatzgebiet der Wache Werder auf die Stadt Werder und die Gemeinde Schwielowsee. Die Zuständigkeit für den Bereich Groß Kreutz, der mit Emster-Havel fusionierte, wurde abgegeben. Kurios ist, dass Töplitz als einziger Ortsteil von Werder noch immer in die Zuständigkeit der Potsdamer Polizeiwache Nord fällt. Die erhöhte Aufklärungsquote führt Senger unter anderem auf die verbesserten Arbeitsbedingungen der Polizei in Werder zurück. Besonders günstig sei, dass jetzt zwei Kriminaltechniker direkt in der Blütenstadt ihren Arbeitsplatz haben. Daneben arbeiten in Werder derzeit 35 Polizisten im Wachdienst, zehn Revierpolizisten, 11 Kriminalisten und zwei Verkehrsunfallsachbearbeiter. Erfreut konnte Kriminalkommissar Frank Pilger bilanzieren, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche in Werder und Schwielowsee im Jahr 2003 um 41,8 Prozent zurück gegangen ist. 78 Fälle wurden im vergangenen Jahr registriert. 2002 waren es noch 134. Wesentlich dazu beigetragen habe die Überführung eines in der Region wohnhaften Serientäters, gegen den zur Zeit die Staatsanwaltschaft ermittele. Auch bei den Kfz-Delikten gebe es eine positive Entwicklung: ihre Zahl ging um gut 20 Prozent zurück. Straftaten gegen das Leben gab es 2003 überhaupt nicht. Einen Anstieg gibt es indes bei den sogenannten Rohheitsdelikten und beim Betrug. Auch bei den Raubtaten erhöhte sich die Zahl von 21 auf 42, wobei hier bereits schon z. B die von Jugendlichen erbeutete Zigarettenschachtel in die Statistik eingehe. 78,6 Prozent dieser Fälle wurden aufgeklärt. An dieser Stelle appellierte Polizeichef Senger erneut an die Bürger, in ihrer Wachsamkeit und Nachbarschaftshilfe nicht nachzulassen und so die Arbeit der Polizei zu unterstützen. Zur positiven Bilanz der Polizeiwache Werder gehört auch, dass die Zahl der Verkehrsunfälle um 5,5 Prozent gesenkt wurde. Unbefriedigend sei, dass sich Zahl der Unfälle mit Verletzten im Raum Werder von 88 im Jahr 2001 auf 111 im Jahr 2003 erhöht hat. Die Zahl der Verkehrstoten konnte jedoch seit dem Jahr 2000 von 8 auf einen reduziert werden. Aufmerken lässt die Tatsache, dass 61 Unfälle von Radfahrern und 18 von Fußgängern verursacht wurden. In diesem Zusammenhang erinnert die Polizei daran, dass einem Fahrradfahrer, der mit 1,65 Promille erwischt wird, auch der Kfz-Führerschein entzogen werden kann. Spezielle Unfallschwerpunkte sind derzeit in Werder und Schwielowsee nicht zu erkennen. Für verbesserungswürdig hält der zuständige Kriminalhauptmeister Thomas Leuendorf jedoch die Zusammenarbeit mit den Straßenbaulastträgern und Verkehrsbehörden. So warte die Polizei noch immer auf eine Veränderung der Ampelschaltung für die Geltower Kreuzung am Baumarkt, mit der die Zahl der dortigen Unfälle zu verringern wäre. Direkt vor der Wache in Werder sieht Senger von seinem Dienstzimmer gegenüber der Schule aus einen weiteren neuralgischen Punkt. Hier müsste zur Sicherheit der Schüler das Überholen an der Bushaltestelle mit einer Sperrlinie bis zur Einmündung Scheunhornweg verboten werden. Probleme habe die Polizei auch mit der Kemnitzer Straße in Werder, auf der es jetzt nach der umfassenden Sanierung mehr Unfälle gebe. „Hier hätte man vor dem Ausbau mit den Polizisten vor Ort über verkehrsberuhigende Maßnahmen nachdenken müssen“, betonte Leuendorf.