11. Kunsttour in Caputh : Bunte Lebensbäume

Am Samstag beginnt die 11. Caputher Kunsttour. Insgesamt zwölf Stationen warten auf die Besucher – darunter Ausstellungen im Seitenflügel des Schlosses, in der Gold-Villa und im Heimathaus.

Gerold Paul
Foto: Gerold Paul

Schwielowsee - Mit Geduld und Spucke und einem Vorrat an Einzelteilen kann jeder Besucher sein eigenes Objekt zusammenbasteln, egal ob als Kleinplastik oder als fragiles „Labile“, ein labiles Mobile. Das Projekt des Berliner Künstlers Joachim Noack ist Teil der 11. Caputher Kunsttour, die am morgigen Samstag beginnt. Sie findet an diesem und am kommenden Wochenende statt. Die gesamte Künstlerschaft der Tour, 21 an der Zahl, stellt sich in einem Raum im Seitenflügel des Schlosses mit je einer Arbeit vor. Nach eigenem Gusto können die Besucher dann die anderen elf Stationen besuchen – unter anderem in der Gold-Villa, im Heimathaus, in der Stülerkirche und in mehreren Ateliers.

Mit wenigen Ausnahmen sind es die gleichen Künstler wie im Jahr zuvor. Hinzu gekommen sind das Atelier Christine Lindemann und die Keramikwerkstatt Matthias Panser mit dem selbstgebauten Holzbrandofen. Sein Bruder Hans-Ulrich ist mit feiner Raku-Keramik dabei. Ihr gemeinsamer Gast Ilona Kuckert zeigt gleichfalls „keramische Objekte“, aber auch Malerei.

Bei Siegrid Müller-Holtz kann man etwas mehr Welt bestaunen

Denn so war auch in den letzten Jahren das Konzept der Kunsttour angelegt: Einheimische Künstler präsentieren auf dem örtlichen Parcours neue Werke, jeder von ihnen lädt einen Nicht-Caputher zu Gast. In manchen Jahren wurde es richtig international. Diesmal weniger, die meisten Gäste kommen aus Berlin. Nur bei Siegrid Müller-Holtz, neben Nicole Berner eine der „Gründungsmütter“ und Dauerteilnehmerin der Tour, kann man etwas mehr Welt bestaunen: In ihrem Atelier Pro Arte zeigt der senegalesische Künstler Bassirou Sarr großformatige Batiken des afrikanischen Lebensbaumes, hierzulande als Affenbrotbaum bekannt. Farbensatt scheinen sich die Werke hier und da an die Ästhetik von Pablo Picasso anzulehnen. Die Vernissage dafür ist am morgigen Samstag um 15 Uhr.

Ein solches Unternehmen mit 21 Kunstschaffenden an zwölf Standorten zu stemmen, war für das Kulturforum Schwielowsee und seine ehrenamtliche Projektleitung, bestehend aus Christina Faix und Elke Kürth, auch dieses Mal nicht leicht, zumal sich die Zahl der Caputher Kunstwerkstätten längst im Schwindemodus befindet. Doch ist die Tour weniger auf diese angewiesen als die Veranstaltungsreihe der „Offenen Ateliers“. Ihr stehen ja auch Schloss und Kirche, Höfe und Gärten zur Verfügung. Nicht zu vergessen die Musik und das gebundene Wort.

Es bahnt sich ein neues Konzept an

Gleichwohl alles in Lot und Balance zu sein scheint, bahnt sich trotzdem bei der Kunsttour womöglich ein Wandel im Konzeptionellen an: Sollte es im kommenden Jahr keine Kunsttour geben, wird wahrscheinlich etwas Neues ausgebrütet, so hörte man es munkeln. Vielleicht ist es wirklich Zeit, den Caputher „Kunstpulk“ mal grundsätzlich neu zu sortieren.

Um 11 Uhr geht es am morgigen Samstag auf dem Schlosshof los. Als Gast mit dabei: der junge Caputher Konstantin Taffet, erster Preisträger für Violine bei „Jugend musiziert“. Nachmittags um 17 Uhr ist der Achtjährige in der Stülerkirche mit Auszügen aus Werken von Komarowski, Fráter, Wohlfahrt, Vivaldi, Schubert und anderen zu hören. 

Die 11. Caputher Kunsttour findet am 26. und 27. August sowie am 2. und 3. September jeweils von 11 Uhr bis 18 Uhr statt.