Lesermeinung : Zwischenlösung

„Debatte um zwei Heime für Flüchtlinge“ vom 26. Januar

Aufgrund der Diskussion, die zurzeit zum Thema Flüchtlingsheim neben der Kita „Tönemaler“ geführt wird, möchte ich einen Kontrastpunkt setzen. Wir als Familie, deren Kind in die Kita „Tönemaler“ geht, haben kein Problem mit der Aufstellung von Containern an diesem Ort. Wir erkennen den positiven Effekt, den die Anwesenheit einer funktionierenden Gesellschaft auf die Flüchtlinge haben kann. Denn wie sollen Migranten ihren Ängsten entkommen, wenn sie aus einer zerstörten Heimat fliehen, um sich dann an einem Ort wiederzufinden, an dem sie in ihrer eigen Trostlosigkeit ertrinken würden? Auch die Integration der Kinder in dem Kindergarten sehe ich als positiven Einfluss auf die Familien. So besteht die Möglichkeit, den Kindern die Werte mitzugeben, von denen wir uns wünschen, dass jeder Bürger sie lebt. Könnte es Sinn machen, durch einen Tag der offenen Tür oder ein Stadtteilfest die Flüchtlinge und ihr Schicksal zu beleuchten und so um Verständnis für die Menschen, die sich einer solchen Reise stellen, zu werben? Ich persönlich verstehe die Kritiker, die mangelnde Kommunikation beklagen. Allerdings sehe ich auch, dass es wohl umso einfacher ist, diese Idee der Unterbringung umzusetzen, je weniger Bürger informiert sind. Doch hoffe ich, dass die Stadt ein weiterführendes Konzept in der Tasche hat, welches die Integration ermöglicht, und die Migranten nicht auf längere Zeit in den Containern untergebracht werden. Zudem sollte es zu keiner Überbelegung kommen, die zu Problemen mit Sauberkeit und anschließend zu weiteren Problemen führt. Denn, was keiner wollen kann, ist die Entstehung einer Parallelgesellschaft oder ausländerfeindliche Übergriffe. Es soll nicht irgendwann heißen: „Damals in Rostock , Hoyerswerda und Potsdam.“

Enrico Malossek, Potsdam