Lesermeinung : Vor vollendete Tatsachen gestellt

„Kein Moratorium für Garnisonkirche“ vom 5.12.

Es ist eine Schande, wie die Potsdamer Rathauskooperation am Willen der Bürger vorbeiregiert. Zweimal hat sich die Mehrheit der Bürger im sogenannten „Bürgerhaushalt“ gegen die Verwendung öffentlicher Gelder für den Wiederaufbau der Garnisonkirche ausgesprochen. Reagiert wurde darauf nicht. Im Gegenteil, die Potsdamer wurden vor vollendete Tatsachen gestellt, als auf dem Gelände der Kirche eine provisorische Kapelle entstand, obwohl bereits in den 1990er-Jahren viele Stimmen gegen eine Wiedererrichtung der durch ihre wechselvolle Geschichte belasteten Kirche laut wurden.

Die „Stiftung zum Wiederaufbau der Garnisonkirche“ wirbt national und international nach eigenen Angaben große Spendensummen ein, hat aber angeblich kein Geld, um einen Bürgerdialog (Moratorium) zu finanzieren. Dabei müsste der Stiftung das am Herzen liegen, ist der Wiederaufbau dieser Kirche doch sehr umstritten, was die 14 000 Unterschriften der „Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“ belegen.

Auch die Bundesregierung will zwölf Millionen Euro für das umstrittene Projekt bereitstellen, werden diese doch an anderer Stelle dringender benötigt, zum Beispiel beim Erhalt der Friedenskirche im Park Sanssouci. Auch andere Kirchenbauten sowie soziale und kommunale Einrichtungen würden sich über öffentliche Gelder in solcher Höhe freuen. Setzen wir uns also für echte Bürgerbeteiligung ein und bewahren das, was die Stadt an historischen Stätten zu bieten hat, bevor wir ein umstrittenes Projekt fördern, das die Mehrheit ablehnt!

Michael Meixner, Potsdam