Lesermeinung : Park wird betoniert

„Für den Volkspark“ vom 12. Januar

Es ist einfach nicht zu fassen: In Potsdam wird ein großes Stück Park zerstört! Der verstümmelte Rest wird dadurch zu einer Grünfläche zwischen Häusern geschrumpft, der Blick zum Pfingstberg verbaut! Das widerspricht allen propagierten Zielen zur Schaffung von Grünanlagen, Baumpflanzungen, Verbesserung von Naherholungs- und Sportanlagen. Für jedes Stück Park wird sonst gekämpft: Am Pfingstberg gegen Herrn Döpfner, am Jungfernsee bei Villa Jakobs, am Babelsberger Park gegen die Marina, am Griebnitzsee und am Glienicker See für Uferwege! Im Volkspark wird Vorhandenes, erst mit der Buga Geschaffenes zerstört? Historische Sichtachsen sind in Potsdam heilig – im Volkspark sehe ich künftig nur auf Balkone. Im Neubaugebiet Drewitz wurde ein Park gebaut, im Bornstedter Feld wird einer betoniert. Wo bleibt der Aufschrei? Was sagt der Gestaltungsrat dazu?

Wolfgang R. Schulz, Potsdam

Die Planung des kommunalen Entwicklungsträgers für das Bornstedter Feld zur teilweisen Bebauung des Volkspark ist seit Jahren bekannt. Besorgte Einwände wurden zurückgewiesen. Als zwingendes Argument führt der Entwicklungsträger an, Wohnungen bereitstellen zu müssen. Meine Sorge ist, dass nach und nach die vorhandenen Grünflächen in der Stadt und der Rest-Volkspark selbst zweckentfremdet und bebaut werden.

Hans-Jürgen Parschau, Potsdam