Lesermeinung : Lösung überdenken

Zu „Stadt stellt zwei neue Flüchtlingsquartiere bereit“ vom 29. September 2014 und „Neues Flüchtlingsheim in Dortustraße geplant“ vom 16. Oktober 2014.

Wir alle müssen die Weltpolitik mittragen und den Flüchtlingen helfen. Die Stadt steht unter enormem Druck, die Leute erträglich unterzubringen.

Auf Hermannswerder leben in einer Idylle viele Schutzbefohlene mit den Bewohnern zusammen. Alle sind sensibilisiert, die Obhutspflicht des Staates für Randgruppen mitzutragen.

Wenn jetzt eine große Problemgruppe ohne räumliche Distanz und mit größeren Problemen, als wir uns vorstellen können, in dieses funktionierende Gleichgewicht hineinbeordert wird, ist zu befürchten, dass die dort lebenden Familien in die Minderzahl geraten. Räumliche und zahlenmäßige Ungleichgewichtung sind schlechte Partner für Harmonie. Welches Konzept hat die Stadt, um die dort Ansässigen und Hilfsbedürftigen zu schützen?

Wenn das Museumsarchiv ausziehen muss, wohin geht es? Vielleicht nach Groß Glienicke, wo ebenfalls ein Archiv ist? Oder ginge das auch umgekehrt?

Wenn die Verwaltung ihr Projekt erst einmal abgehakt hat, ist es nicht glaubwürdig, dass in zwei Jahren alles wieder zurückgebaut wird. Außerdem weiß niemand, wie sich die politische Lage entwickelt.

Wir alle sollten uns um funktionierende Lösungen bemühen – und hastige Entscheidungen nochmals überdenken.

Sabine Größel, Potsdam