Leserpost zur Suspendierung von Matthias Klipp : Das wars: Jakobs’ Mann fürs Grobe

Grüne Werte missachtet? Der beurlaubte Baubeigeordnete Matthias Klipp (l.) bei seiner Ernennung mit Oberbürgermeister Jann Jakobs im September 2009.
Grüne Werte missachtet? Der beurlaubte Baubeigeordnete Matthias Klipp (l.) bei seiner Ernennung mit Oberbürgermeister Jann Jakobs...Foto: Manfred Thomas

„Getrickst, getäuscht, geschasst“

vom 1. September

Als ehemaliger Betroffener des suspendierten Potsdamer Baubeigeordneten Matthias Klipp und einzelner grüner Parteimitglieder wundert es mich nicht, dass Matthias Klipp sich sukzessive selbst demontiert hat. Da brauchte es wohl kaum noch investigative Recherche, bis diese Fassade endgültig in sich zusammenfällt. Irgendwie ist es aber auch bedenklich, dass solche Leute nicht früher gehen müssen. ttt, tarnen täuschen, tricksen, das ist in der Politik wohl erlaubt, so auch im Rathaus Potsdam. Das Matthias Klipp sich jahrelang auch gegen kritische und anders- und querdenkende Stadtverordnete, wie ich es war, grenzüberschreitend verhielt, war seinem Chef Jakobs wohl nur recht. Als ob Jann Jakobs ein Mann fürs Grobe ganz recht war, der ihm störende Stadtverordnete vom Leib hielt. Der hohe Krankenstand im Klipp-Dezernat führte auch nicht zu Maßnahmen des Oberbürgermeisters. Da wirkt Jakobs genauso wenig authentisch wie seinerzeit beim Bauernopfer Paffhausen, der nach der Rathaus-Sportmauschelaffäre gehen musste, nicht ohne goldenen Handschlag. Recherche wäre nun allerdings auch darauf zu richten, wer Matthias Klipp damals ins Spiel gebracht hat. Welche Rolle Jann Jakobs, seine Helfer und die Mitglieder der Grünen-Parteifunktionärsgilde dabei spielten. Als ein ehemaliges Mitglied der Fraktion, die seinerzeit Herrn Klipp zum Baubeigeordneten zustimmte, macht es mich immer noch betroffen und wütend, wie Klipp auf Anliegen und Argumente so grenzüberschreitend agiert und, wie ich meine, grüne Werte missachtet hat. Ich hätte seinerzeit der B90/Grünen-Findungsgruppe nicht blind folgen dürfen. Zu spät bemerkte ich den Fehler durch eigenes schmerzhaftes persönliches Erleben. Fazit: Potsdam hat jetzt wohl eine Bauruine mehr, eine neun Quadratmeter zu große, einen Arbeitslosen und einen weiteren Skandal. Und alle schauen zu und machen weiter so!?

Andreas Menzel, Groß Glienicke (bis 2014 für Grüne Mitglied der SVV)

 

Jann Jakobs’ Bauernopfer ist weg, alles geht weiter wie zuvor, das ist das eigentlich zentrale Probleme. Wie oft hat es schon Zoff gegeben wegen der Potsdamer Bauverwaltung, ohne dass sich tatsächlich für die Bürger etwas verbessert hat, außer leere Worthülsen und das Sabbeln von Bürgerkommune und dem „Selbstverständnis“ als „Dienstleister des Bürgers“? Dass der arrogante Matthias Klipp nicht selbstherrlich und in Gutsherrenart weiter zugelassen werden konnte, war nicht nur wegen seinem klein’ Häuschen klar, da schwingt auch die „Scheiß Humboldtbrücke für die Autos“ mit und in besonderer Weise der Zeppelinstraßen-Irrsinn. Der einstige Verkäufer des Berliner Bezirkes Prenzlauer Berg an die Schwaben hat wohl nicht begriffen, dass es halt leider nicht geht, dass wir alle nicht davon leben können, dass wir uns gegenseitig die Haare schneiden. Dazu gehört wohl mehr, wie Otto Normal sehr bewusst ist, und leider gehört dazu auch Verkehrsaufkommen, ob wir es wollen oder nicht. Klug wäre es von Klipp gewesen, Lösungen anzubieten, die die Voraussetzungen schaffen, den Verkehr durch Minimierung der Voraussetzungen für das Pendeln der Berufstätigen zu senken, aber dazu ist er wohl zu grün. Nun aber zum Kernthema zurück. Es ist in Potsdam deshalb so, weil Jann Jakobs keine Führungs- und Kontrollqualitäten hat und den Laden laufen lässt und das ist für die Landeshauptstadt unsäglich, weil er aus vorangegangenen Skandalen nicht gelernt hat, außer Parolen à la Abteilung Agitation und Propaganda des ZK der SED in die Welt zu setzen – Bürgerkommune.

H.-J. Prillwitz, Potsdam

 

„Achtung, Klipp“ vom 25. August

Nicht nur, dass Matthias Klipp offenbar nicht verstanden hat oder verstehen will, in seiner Funktion einer ganz besonderen Verantwortung zu unterliegen und noch nicht einmal den Anschein erwecken darf, sein Amt zu seinem ganz persönlichen Vorteil zu nutzen oder Regeln freihändig im eigenen Interesse auszulegen; er meint auch kritische Berichterstattung darüber durch Drohung, und nichts anderes bedeutet sein Vorgehen, unterdrücken zu müssen und zu können.

Klaus Langer, Potsdam