Lesermeinung : Kritik greift zu kurz

Zu „Exklusives Propaganda-TV/ Platzeck bei ’RT Deutsch’“ vom 23. Februar

Die Kritik von Jan C. Behrends an Mathias Platzeck greift zu kurz. Denn auch wenn man die Art des Journalismus von Angeboten wie „RT Deutsch“ nicht für gut heißen sollte, bleibt es trotzdem richtig, gerade bei schwierigen Themen nicht über-, sondern miteinander zu reden. Schließlich hat sich ein Land wie Russland erst vom Westen und dessen liberalen Gesellschaftsmodell als Vorbild abgewendet, nachdem die ursprüngliche Idee von Michail Gorbatschow eines gemeinsamen Hauses Europa nicht angenommen, sondern ausgeschlagen wurde. Deshalb sollte man wieder über einen Ansatz wie etwa von Willy Brandt und Egon Bahr unter der Devise „Wandel durch Annäherung“ nachdenken, zumal insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht – Stichwort fehlende Innovationen – die russischen Probleme viel zu groß sind, als dass man sie im Kreml alleine mit einer starken Autorität lösen kann.

Rasmus Ph. Helt, Hamburg

Ich bin froh, dass es in unserem Land noch Politiker wie Matthias Platzeck gibt – Menschen, für die Moral kein Fremdwort ist, die ihren eigenen Verstand gebrauchen und die sich deshalb nach Kräften bemühen, Alternativen für die aktuelle ebenso geschichtsvergessene wie brandgefährliche West-Ost- Konfrontation aufzuzeigen.

Cornelius Weiss, Leipzig