Lesermeinung : Intershop 2.0

„Jetzt kommt Kongsnæs“

vom 13. Februar 2017

Liebe Redaktion,

ich möchte danke sagen für die umfängliche politische Berichterstattung in unserer Stadt. Was die baulichen Berichte betrifft, könnte auch mal die Seite der sogenannten modernen Architektur kritisch unter die Lupe genommen werden, was die Vereinfachung und Gesichtslosigkeit der großen Baukörper betrifft.

Ich bin entsetzt über die Dominanz des neuen Bauklotzes auf dem Kongsnæsgelände, das sie gut ins Bild gesetzt haben, weil die unpassenden Proportionen zueinander gut sichtbar sind. Wieder fragt man: Wieso ist das genehmigt worden? Hat unser Baugesetz wirklich solche Lücken? Hurra ein Intershop ist wieder da! Wer hätte denn gedacht, dass sich neue Architektur so vorteilhaft ausnimmt und die historische Bauform der Ventehalle in den Hintergrund und in den Schatten der Bedeutungslosigkeit stellen kann.

So wird an die vielen Firmenbaracken auf ehemaligen Villenanwesen erinnert, die praktisch und platznutzend den Arealen zu neuer Bedeutung und Wirkung verhalfen. Neue Architektursprache quadratisch, praktisch und gut. Eine zu erwartende Verkleidung wird daran auch nichts ändern. Das ist dem Weltkulturerbe, der Barackenkultur in der DDR, zum Beispiel den alten Intershop-Gebäuden, geschuldet. Erinnerungskultur für alle neu erlebbar.

Roswitha Becher, Potsdam