Lesermeinung : Inspiration aus Stahnsdorf

Zur Berichterstattung über die Diskussion über das neue Potsdamer Leitbild

Die Verfasser des Potsdamer Leitbildentwurfs (www.potsdam-weiterdenken.de) haben diesen durchaus in wohlklingenden Sätzen präsentiert. Was aber soll das Bekenntnis zu einer wachsenden Stadt? Wie lange sollen die „nächsten Jahre“ andauern, in denen sich das Wachstum fortsetzen soll? Und in welchem Tempo? Wohin kann Potsdam noch wachsen? Weiter ins Umland oder in die Höhe? Wie lange noch werden immer mehr innerstädtische Grünflächen zubetoniert? Wie verträgt sich dies mit dem Anspruch „die historische Innenstadt, urbane Stadtquartiere und ländliche Ortsteile, Wasserflächen, Welterbeparks und die umgebende Kulturlandschaft“ als „wichtige Bestandteile der Stadtidentität“ zu erhalten? Wie will man angesichts der bereits bestehenden Probleme auch noch die künftigen Herausforderungen bewältigen und die oft chaotischen Verkehrsverhältnisse auf ein menschen- und umweltverträgliches Maß reduzieren?

Auch in Stahnsdorf steht in den kommenden Wochen eine Leitbild-Debatte an. Eine gute Diskussionsgrundlage wäre das unter www.ag-verkehr.de/3.html oder unter dem Stichwort „Stahnsdorfer Deklaration“ im Internet leicht auffindbare Bürgerleitbild, welches Ende 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Hier ist dieses Reizwort nur ein einziges Mal zu finden: „Die umfassende Kommerzialisierung aller Lebensbereiche, wirtschaftliches Wachstum und finanzieller Erfolg sind nicht mehr die Maßstäbe für den Erfolg einer Gesellschaft.“ Als Mitunterzeichner dieses Dokuments kann ich auch allen Potsdamern nur wärmstens empfehlen, sich davon inspirieren zu lassen.

Herbert Weiß, Stahnsdorf