Lesermeinung : Hart getroffen

Zum Kommentar „Gaulands Volonté générale“ vom 9. Oktober 2014 über die Rede von AfD-Chef Gauland im neuen Landtag.

Ein bisschen liest es sich schon so, als wäre der Kommentator froh gewesen, in der Rede des AfD-Chefs das berühmte Haar in der Suppe gefunden zu haben. Das sage ich als einer, der den gegenwärtig im Landtag vertretenen Parteien in Gänze kritisch gegenübersteht. Die Notwendigkeit, dies anzufügen, ist bereits bezeichnend und traurig.

Zur Sache: Es trifft mich hart, wenn Fluglärmgegner herhalten müssen, um zu belegen, wie falsch ein Herr Gauland liegt. Natürlich haben wir das große Glück, die Demokratie nutzen zu können, um Engagement in Bürgerinitiativen umzusetzen. Das Fluglärmgegner die Regierung zum Umlenken gezwungen hätten, ist aber schlichtweg falsch! Fluglärmgegner erreichen bestenfalls, dass das Thema in der Öffentlichkeit besetzt bleibt. Auch wurde bewusstes Verstoßen gegen verbrieftes Recht per Gericht korrigiert. Beispiel ist der Lärmschutz im BER-Umfeld. Das alles auf private Kosten der Bürgerbewegungen – obwohl gut bezahlte Abgeordnete dies hätten erledigen können. Und da sind wir bei der Demokratie, wie sie in Brandenburg ausgekleidet wird. Von außen recht ansehnlich und unter dem Gewand scheinbare Satin-Corsage aus Stahl mit Widerhakennetz.

Wenn die neue Landtagspräsidentin wirklich verstanden hat, dass sich die Zeiten geändert haben, hätte sie dem unwürdigen Spiel zur Verhinderung ordentlicher Arbeitsgrundlagen für BVB/Freie Wähler in der konstituierenden Sitzung etwas entgegensetzen müssen. Hat sie aber nicht. Die Satin-Corsage muss ja erhalten bleiben.

Roland Skalla, Stahnsdorf