Lesermeinung : Gerettete Geburtstagsfeier

Ich plante meinen 80. Geburtstag am 8.11. mit 33 Personen in einem italienischen Restaurant in der Nähe unserer Wohnung. Vier Wochen vor dem Termin meldete ich die Feier an. 14 Tage davor wurde der Brunch abgesprochen. Am 7.11. rief ich noch einmal den Chef an und fragte, ob alles klar sei, was er mir bestätigte. Ich hatte ihm eine Woche davor 300 Euro angezahlt.

Ich erwartete meine Gäste um 11Uhr aus Hannover, Oranienburg, Thüringen, Berlin und Potsdam. Ich fuhr mit meinem Mann schon 10.30 Uhr hin. Es war für uns unerklärlich: Das Restaurant war noch geschlossen und keiner anwesend. Ganz pünktlich erschienen alle Gäste. Es war für uns als Gastgeber der reinste Horror. Zum Glück war kein Novemberschmuddelwetter, sondern der Wettergott war uns hold und schickte uns ein paar warme Sonnenstrahlen hernieder.

Unser Sohn mit Frau telefonierte einige Gaststätten ab, die 33 Gäste mit Mittagessen versorgen können. Zum Glück erklärte sich das „Waldcafé“ auf der Heinrich-Mann-Allee bereit, uns aus dieser Misere zu retten. Im Konvoi fuhren wir dort hin. Wir konnten uns zunächst bei Kaffee aufwärmen. In der Zeit wurde der obere kleine Raum gedeckt, wo unsere Kinder noch Dekoration und drei Torten besorgten. Der Chef und der Koch wirbelte in der Küche und haben es tatsächlich geschafft, für alle ein warmes Essen mit Klößen, Kartoffeln, dreierlei Fleisch, Rotkohl und Gurkensalat zu bereiten. Unsere Kinder, Enkel und teilweise Gäste trugen mit dem Kellner die Speisen die steile Treppe nach oben. Sekt musste erst gekühlt werden. Es wurde noch eine recht gemütliche Feier.

Ich möchte auf diesem Wege ein großes Dankeschön dem Team vom „Waldcafé“ aussprechen. Vom Chef des Italieners gab es später die 300 Euro Anzahlung zurück und einen Gutschein, er entschuldigte sich damit, dass er in Berlin einkaufen war und im Stau stand. Von diesem 80. Geburtstag werden in unserer Familie bestimmt noch Generationen etwas zu erzählen haben.

Edith Grott, Potsdam