Lesermeinung : Freundschaftsinsel, Hundekot und Gartenstadt

„Zum letzten Mal Kapitänsteller“ vom 17.9. 2014

Es ist irgendwie seltsam. Wir sind ausgesprochene Ostalgiker und gleichzeitig auch große Fischesser. Aber das „Gastmahl des Meeres“ war irgendwie eine Tabu-Zone. Ich glaube, weil wir in den 80er-Jahren einmal recht rüde abgewiesen wurden. Das reichte.

Seit der Wende haben wir viel getan, um die bodenständige Gastronomie zu erhalten. Wir sind Stammgäste im Froschkasten, im Golmé, im Hotel Mohr und im Romantika/Töplitz – auch mit unseren Familienfeiern. Pfiffige Küche mit frischen regionalen Produkten, das ist weltweit die beste Grundlage für gute Gastronomie.

Natürlich liest sich der Artikel traurig. Es gab viel zu viele gute Häuser, denen es ähnlich erging. Das „Thomas Müntzer“ in Golm, die Gaststätte in Grube, der „Rauenstein“ und die „Friedrichshöhe“ in Werder. Wir haben viel Gewohntes verloren. Und das Neue ersetzt das oft nicht wirklich.

Ich fühle mich gut im Kontext, wenn ich sage, im „Butt“ waren wir bis heute nicht. Aber ich räume ein, im „Fliegenden Holländer“ oder im „Arielle“ sind wir öfter mal gewesen, schon wegen der Abwechslung.

Bernd-Reiner Paulke, Potsdam

„Rad-Verbote für die Insel“ vom 2.9.2014

Das finde ich mal eine gute Idee. Nur leider wird sich wie üblich in Potsdam kein Radfahrer an die Vorschriften halten. Es wird weiterhin rücksichtslos durch die Fußgänger hindurchgefahren werden. Ich habe selbst gefährliche Situationen auf der Insel erlebt.

Marina Fabian, Potsdam

„Hundehalter werden stärker kontrolliert“ vom 20.8. 2014

2013 hat Potsdam die Hundesteuer erhöht, weil die Stadt auf 235 000 Euro Mehreinnahmen spekuliert hat. 104 Euro zahlt man im Jahr für einen Hund und muss außerdem für jeden Hund über 40 Zentimeter ein polizeiliches Führungszeugnis erbringen, was der Bürgerservice ausstellt, kostet 13 Euro. Nehmen wir mal an, dass von den 6100 gemeldeten Hunden die Hälfte über 40 Zentimeter Schulterhöhe hat, dann sind das 3050 mal 13 Euro. Macht für die Stadt 39 650 Euro. Nicht schlecht, was?

Denn notwendig oder sinnvoll ist das Führungszeugnis für die Hundehaltung nun wirklich nicht. Es sagt auch nichts über die Qualitäten eines Hundehalters aus. Das kriegt sozusagen jeder. Aber der Stadt bringt’s was ein.... Was ist denn in letzter Zeit so für die Hunde und die -halter getan worden? Ich denke nach... mir fällt nichts ein. Komisch, nicht?

Eine Spezialtruppe wird auf die Straße geschickt, in Zivil und mit der Befugnis zum Abkassieren. Riecht nach Kontrolle und Denunziantentum. Und wohin mit den kleinen Riechbeuteln? Wie wäre es denn mit der Anschaffung von Fußwegreinigungsmaschinen?

Wenn man das im Gebüsch, wo jeder anständige Hund hinkackt, der ohne Leine gehen darf, liegen lässt, ist das innerhalb von zehn Tagen weg. Die Fliegen und die Schnecken stehen drauf. Wenn man das in kleine schwarze Plastiktüten packt, wird das Müll.

Warum wünschen sich so viele Kinder einen Hund? Warum ist er für alte oder entwurzelte Menschen oft der einzige Halt und Trost? Warum hat der Mensch seit vielen Jahrtausenden den Hund als Gefährten?

Eigentlich hat die Stadt die Aufgabe und Verantwortung, ein Tierheim zu unterhalten beziehungsweise zu unterstützen! Da kann der Tierschutzverein ein Lied von singen! Das Auslaufgebiet in Babelsberg gibt es nicht mehr. So geht man nicht mit mündigen Bürgern um – übrigens: Auch Hundehalter sind welche.

Katharina Riedel, Potsdam

Zum Interview mit dem Baubeigeordneten Matthias Klipp (Grüne) „Die Drewitzer sind die Experten“ vom 1.9. 2014

Es verwundert schon, dass Herr Klipp sich im Interview derart zum Gartenstadtprojekt Drewitz geäußert hat. Die Ablehnung der Bewohner zu diesem Projekt ist heute noch deutlich spürbar. Die positiven Planungsansätze wurden vorsätzlich unterlaufen und aus dem Projekt gestrichen, wie die Regenwasserversickerung oder die Begrünung der Kreisverkehre im Eingangsbereich zur Gartenstadt. Statt dessen wird trotz Protest der Eingangsbereich zur Fußgängerzone mit Mülltonnen verstellt. Wenn Politiker den Widerstand der Bewohner bei diesem Projekt nicht vorhersehen konnten, sind sie fehl am Platze. Auch oder gerade Politiker mögen den Parkplatz vor der Haustüre und wollen ihre Kinder in ruhiger und verkehrssicherer Lage in die Kita oder Schule schicken. Die sogenannte Bürgerbeteiligung in Drewitz und das Ergebnis davon hat zu einer breiten Ablehnung solcher Vokabeln und Verfahrensweise bis hin zu einem totalen Rückzug und Resignation der Einwohner geführt, was der Stadtverwaltung ja auch die Arbeit erleichtert.

Es scheint nicht so, dass Herr Klipp aus den bisherigen Geschehnissen gelernt hätte. Wenn man der erwähnten schwierigen sozialen Struktur in Drewitz Rechnung tragen wollte, müsste genau hier eine Ausgabestelle der Potsdamer Tafel organisiert werden. Derzeit ist sie für Betroffene kaum erreichbar.

Ute Herrmann, Drewitz