Lesermeinung : Frauenfragen

Zum Thema Wahl der neuen Potsdamer Beigeordneten / Kolumne „Pyanissimo“

Unfassbar, wie in Potsdam mit der Besetzung von wichtigen Führungspositionen umgegangen wird. Nachdem die einzige Frau, die es in die Endausscheidung der Dezernenten-Auswahl geschafft hat (gab es eigentlich nur eine fähige Frau unter den Bewerberinnen?), mit Zustimmung der Grünen geschasst wurde, reichen die Grünen selbst jetzt einen Antrag ein für die Einhaltung des Gleichstellungsplanes, gegen den sie gerade verstoßen haben. Vergessen Parteien regelmäßig ihre Grundsätze, wenn es um die Versorgung von Männern mit leitenden Posten geht?

Heike Kottwitz, Potsdam

Ich kann ja verstehen, dass Sie gerne eine Frau als Sozialbeigeordnete in Potsdam sehen wollen und sicher ist die Hamburger Bewerberin dafür auch qualifiziert. Aber an Ihrer Kolumne stört mich sehr, dass Sie den vom Potsdamer Oberbürgermeister vorgeschlagenen Bewerber Mike Schubert dort lächerlich machen. Wir können froh sein, dass uns anders als in den südlichen Regionen Deutschlands keine großen Katastrophen getroffen haben und der Katastrophenschutz soll uns übrigens vor den Folgen einer solchen schützen. Sie wissen sicher, dass bei Wahlbeamten, dazu gehören die Beigeordneten, die Frauenquote nicht greift. Auch verstehe ich nicht, dass beim vom Oberbürgermeister ausgesuchten Baubeigeordneten bemängelt wird, dass er die Potsdamer Verhältnisse nicht kennt, das beim Sozialbeigeordneten aber nicht gelten soll.

Auch wenn Sie eine andere Bewerbung bevorzugen, Mike Schubert lächerlich zu machen, das hat er nicht verdient.

Jutta Schaudinn, Werder