Lesermeinung : Einfach nur peinlich

„Tastanleitung für Hundehaufen“ vom 27. September

Haarsträubend die Hinweise und Anordnungen des Potsdamer Ordnungsamtes an die Blindenhund-Halterin, von der verlangt wird, mit dem Blindenstock den Hundekot tastenderweise zu suchen und zu beseitigen! Es ist einfach nur peinlich!

Das Ordnungsamt sollte endlich und entschieden gegen die „Graffiti-Schmierereien“ vorgehen, die in Potsdam in unerträglichem Maße zu beobachten sind! Die Damen und Herren dieses Amtes sollten sich mal den Bahnhof Potsdam-Charlottenhof ansehen (nicht nur diesen!) und dann entsprechende Maßnahmen ergreifen! Wann endlich geschieht da etwas? Sehen Sie sich das wunderbar restaurierte Brockessche Palais in der Yorckstraße 19/20 an – gerade glanzvoll saniert und schon beschmiert! Was treibt die „Graffiti-Künstler“ dazu, sich an solchen Gebäuden auf schändlichste Weise zu vergreifen?

Schon 2009 schrieb ich in den PNN: Es kommt den Sachbeschädigern doch nur auf die Provokation der Gesellschaft an. Das Geld, um die Millionenschäden zu beseitigen, fehlt dann natürlich in der Kasse, die für sinnvolle Jugendarbeit ausgegeben werden könnte. Warum vergreifen sich eigentlich diese Schmierfinken niemals an Gebäuden, die hauptsächlich zu DDR-Zeiten entstanden sind, sondern fast ausschließlich an dem sanierten Kultur- und wertvollen Häuserbestand? Liebes Ordnungsamt – hier hätten Sie eine dringliche und höchstnotwendige Aufgabe – und nicht einer blinden Frau Vorschriften zur Hundekotbeseitigung zu geben!

Prof. Klaus Trumpf, Potsdam