Lesermeinung : Die Freundschaftsinsel soll nicht zum Durchgangsgarten verkommen

„Diskussion über Brücke zur Freundschaftsinsel“ vom 4. April 2014 über die Pläne der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), über eine neue Fußgängerbrücke von Bahnhofsseite einen dritten Zugang zur Freundschaftsinsel zu schaffen.

Wegen einer Abkürzung von dreieinhalb Minuten soll das Gartenkulturerbe von Karl Foerster beschädigt werden. Touristen ist es doch wohl zuzumuten, den bequemen Weg vom Bahnhof über die Lange Brücke zur Freundschaftsinsel zu machen. Den Potsdamer Stadtverordneten stünde mehr Bescheidenheit statt Geltungsbedürfnis an!

Ursula Roth, Potsdam

Persönlich halte ich das für eine Maßnahme, bei der Geld zum Fenster herausgeworfen wird. Es müsste doch den zukünftigen Mitarbeitern der Investitionsbank des Landes Brandenburg, für die am Bahnhof ein neues Gebäude errichtet werden soll, zugemutet werden können, dass sie und das weitere Umfeld per Fuß über die Lange Brücke dieses Kleinod der Gärtnerkunst besuchen.

Dieses Gartendenkmal von Karl Foerster und anderen Inselgärtnern, das stets sorgfältig und liebevoll zu einer Perle der Gartenkunst weiterentwickelt wurde, sollte doch nicht zu einem Durchgangsgarten verkommen und damit einem noch höheren Vandalismus Tür und Tor geöffnet werden, der ja leider in der letzten Zeit wieder zugenommen hat.

Zwei Zugänge zu dieser Potsdamer Gartenperle mitten in der Stadt sollten doch ausreichen. Die Insel verträgt wegen ihrer geringen Größe keinen Massentourismus. Die Interessenten sollte beim Besuch dieser Insel doch zu einem inneren Ausgleich und zur Muße verleitet werden.

Die in der Stadtverordnetenversammlung von den Potsdamern nach Parteienproporz gewählten und entsandten Personen haben zum Teil nach meinem Empfinden mit der Ablehnung einer Überweisung an die Fachausschüsse kein Gefühl und keine ausreichende Achtung vor dem mit Mühe und Einfühlsamkeit gestalteten Kunstwerk.

Das weltbekannte Kleinod der Gartenkunst am Bodensee die Insel Mainau, obwohl wegen seiner Größe nicht mit der Freundschaftsinsel vergleichbar, hat doch auch nur einen Zugang.

Für mich als 1972 Zugereister mit meiner Ehefrau, einer Urpotsdamerin, verbandelt, bin von einem Teil der Abgeordneten enttäuscht, weil sie kein ausreichendes Gefühl für die Schönheit dieser Stadt mit den Parks, den Schlössern und Gärten einschließlich der dazugehörenden Freundschaftsinsel sowie den Wildpark haben.

Roland Langner, Potsdam