Lesermeinung : Die Enge im blu

„Ist das blu zu klein geplant?“ vom 5. Januar und „blu-Chefin: Schwimmbad nicht zu klein geplant“ vom 11. Januar

Es ist kein Wunder, dass das Spaßbad bei der unterdimensionierten Größe zeitweilig vorübergehend geschlossen werden muss.

Der schöne Saunabereich ist offenbar bereits für mehr als 200 000 Einwohner konzipiert, wohingegen der – insbesondere seit zehn Jahren geforderte – Spaßbereich für eine Kleinstadt geplant wurde und zudem den Charme eines Möbelhauses versprüht. Unsere Kinder sind inzwischen neun und zwölf Jahre alt und daher ist es mir inzwischen egal, aber das, was als Potsdams Schwimmbadneubau herausgekommen ist, ist ein Skandal.

Die weiterhin von politischer Ideologie geprägte Stadtpolitik ist einer Landeshauptstadt nicht würdig.

Das zeigt sich auch beim Neubau. Ein Mega-Sportschwimmbecken und daneben eine „Pfütze“ als Spaßbad, an dessen Rutschen man selbst bei wenig Betrieb zehn Minuten wartet. Dafür kann ich mir werktags eine eigene Sauna gönnen, auch schön …

Das eigentlich Ärgerliche ist für mich die Kritikunfähigkeit der Verantwortlichen. Wie wäre es einmal mit einer Kundenbefragung?

Christian Sokoll, Potsdam

Man merkt schnell, dass der Sprecher oder die Chefin das blu nicht selbst zum Schwimmen nutzen. Ich gehe regelmäßig zu Kursen. Das Variobecken für 46 Personen? Vielleicht, wenn sie alle nur stillstehen. Bei einem Kurs mit 15 bis 20 Personen ist schon kaum noch Platz. Ein Sportbecken gleichzeitig für 277 Personen ist ein Witz! Ich gehe oft vor der Arbeit, dann sind teilweise auch nur noch drei 50-Meter-Bahnen für etliche Freizeitschwimmer frei. Alle anderen sind reserviert. Nach der Arbeit macht es gar keinen Sinn mehr, die Kurzbahnen ähneln einem Verweilen im Pool. Die vielen Menschen haben kaum Platz, schwimmen ist fast unmöglich. Es wird kunterbunt von den Startblöcken, vom Turm und den Rändern gesprungen. Die Kinder wollen sich austoben, dafür habe ich Verständnis, aber in einem Sportbecken?! Der Kommentar „man ist nicht die ganze Zeit im Wasser“ oder „wird wenig am Tage genutzt“ macht mich wütend. Da ist nichts zum Verweilen am Beckenrand, die meisten gehen am Tage arbeiten! Ab Sommer sollen für neun Monate die Sportschwimmer vom Luftschiffhafen unterkommen, da ist für Freizeitschwimmer gar kein Platz mehr da. Das Schwimmen wird einem richtig vermiest.

Heidemarie Edling, Potsdam