Lesermeinung : Bürgerfeindliche Stadtverwaltung

„ADAC-Test: Lange Wartezeiten bei Kfz-Zulassung“ vom 19. Mai

Das Ergebnis dieses Vergleichs kann ich nur bestätigen. Termine für eine normale Kfz-Ummeldung waren drei Wochen vorab ausgebucht. Es liegt sicherlich nicht an den Mitarbeitern, denn die waren sehr freundlich und auch bei einem Sonderwunsch hilfsbereit. Es ist ein generelles Problem dieser bürgerfeindlichen Stadtverwaltung: hohe Krankenstände, unzufriedene Mitarbeiter und eine Behördenleitung, die über die Köpfe der Bürger hinweg viele Fehlentscheidungen trifft. Der oberste Dienstherr ist der Oberbürgermeister dieser Stadt und der duckt sich stets weg. Ob Verkehrskonzepte, Ordnungsamt, Baubehörde, jeder hat wohl schon eigene Erfahrungen mit Potsdams Stadtverwaltung genießen können. Bei den nächsten Kommunal- und Oberbürgermeister-Wahlen sollten endlich Zeichen gesetzt werden. Wie wäre es mit einer Bürgerbefragung zur Gradmessung der Zufriedenheit mit dem Service, Umgang und fachlichen Kompetenz dieser Stadtverwaltung? Dies würde vielleicht manchem Politiker und Stadtverordneten und den Vorgesetzten die Augen öffnen. Es ist beschämend, dass Skandale, Korruption und unsaubere Entscheidungen zusätzlich das Image dieser Stadt bundesweit schädigen. In vielen Köpfen herrscht noch das obrigkeitliche Denken der alten Bezirkshauptstadt. Das sicherlich gut gedachte „Leitbild für die Landeshauptstadt Potsdam“ ist nur Makulatur, wenn es nicht gelebt wird und Arbeitsbereiche der Stadtverwaltung sich unkontrolliert verselbstständigen können. Man sollte sich davor hüten, die vielen bemühten Mitarbeiter der Stadtverwaltung unter Generalverdacht für Fehlentscheidungen zu stellen, denn der Fisch stinkt vom Kopf.

Reinhard Peterson, Potsdam