Lesermeinung : Biosphäre erhalten

Zur anhaltenden Debatte über die Zukunft der defizitären Tropenhalle Biosphäre und dem PNN-Wochenrückblick „Fortunas Fazit“ vom 6. Mai

Angesichts von Äußerungen, die Potsdamer Biosphäre sei ein „nettes, aber eben auch verzichtbares touristisches Angebot“ (PNN), scheinen es derzeit tatsächlich graue Tage für Potsdams Bildungs- und Kulturlandschaft zu sein. Mit unseren Kindern besuchen wir als Potsdamer Kindertagesstätte mehrmals jährlich die Biosphäre, weil es dort einfach viel zum Thema Regenwald und Ozeane, Klima- und Umweltschutz zu erfahren gibt. Die Biosphäre ist ein edukativ wertvoller und unterhaltsamer, grüner sowie außerschulischer Lernort, der nicht nur von Potsdamer Kitas und Schulen stark genutzt wird. Die Auseinandersetzung mit Naturobjekten ist elementar für die naturkundliche Erkenntnisgewinnung bei Kindern. Sie fördert die Achtung vor der Natur und eine verantwortungsbewusste Haltung. Zudem lockt die Biosphäre laut Presse jährlich 150 000 Besucher in die Stadt – und eben auch in den Potsdamer Norden. Wenn von fehlender Infrastruktur und Freizeitangeboten im Norden die Rede ist, ist es nicht nachvollziehbar, dass die Biosphäre als Freizeitangebot nicht weiter betrieben werden soll. Soziale Zentren, Jugendfreizeiteinrichtungen sollten natürlich nicht fehlen, aber nicht auf Kosten vorhandener Einrichtungen. Kritikern empfehlen wir dringend einen Besuch in der Biosphäre, um sich ein reales Bild vom inhaltlichen Angebot zu machen. Potsdam sollte endlich zur Biosphäre stehen und den Wert dieses Hauses anerkennen. Andere Städte haben die Notwendigkeit von Naturerlebniswelten längst erkannt und investieren in diese und somit in eine nachhaltige Umweltbildung für Jung und Alt. Wir sind für den Erhalt der Biosphäre.

Nicole Steffan für die Kinder und Erzieher der Kita „Froschkönig“, Potsdam