Lesermeinung : Bärendienst

Zu „Langer Atem“ vom 23. November

Die Diskussion um die weitere Gestaltung des historischen Stadtzentrums ist ein Thema, das viele interessiert und bewegt. Wenn man erreichen will, dass dadurch letztlich die Identifikation der Potsdamer mit ihrer Stadt gestärkt wird, sollte das Bemühen um einen möglichst breiten Konsens und nicht die ständige Polarisierung in den Mittelpunkt gestellt werden. Dass das möglich ist, hat die Diskussion und die Entscheidung zum neuen Landtagsgebäude gezeigt.

Ich habe kein Verständnis dafür, wenn in dem PNN-Kommentar in einem Zuge das Fachhochschulgebäude, das Mercure und das große städtische Wohnhaus am Staudenhof zum Abriss freigegeben werden. Zudem setzt der Autor wie selbstverständlich die durch den Verkauf des FH- Grundstückes zu erzielenden Einnahmen für den Abriss des Staudenhofs und des Mercure ein. Damit wird die ohnehin kontroverse Diskussion auf die Spitze getrieben. Schließlich geht es hier um den Einsatz von städtischen Mitteln, für den es ganz andere Möglichkeiten und Erfordernisse gibt als den Erwerb und Abriss von funktionstüchtigen Gebäuden, die in ihrer Nutzung und als Teil des Stadtbildes eine hohe Akzeptanz haben. Der Kommentator hat dem unstrittigen Bemühen um eine konsensuale Stadtentwicklung einen Bärendienst erwiesen.

Dr. Hans-Jürgen Scharfenberg, Linke-Fraktionschef im Stadtparlament, Potsdam