Kommentar zur Krampnitz-Anbindung : Mit dieser Tram-Planung droht Chaos

PNN-Autorin Sandra Calvez glaubt, dass durch den Zeitverzug bei der Tram-Verlängerung nach Krampnitz das Chaos programmiert ist und die Planung an sich zu viel Konfliktpotential beinhaltet.

Visualisierungen für die Tramtrasse nach Krampnitz in Potsdam
Visualisierungen für die Tramtrasse nach Krampnitz in PotsdamFoto: Verkehrsbetrieb in Potsdam (ViP)

Es klang so schön, so modern, so nachhaltig: Krampnitz, der autoarme Stadtteil, mit der Tram in wenigen Minuten erreichbar der Potsdamer Innenstadt. Doch diese Vision rückt in weite Ferne. Statt Ende 2025 soll die Straßenbahn erst Ende 2029 in den Potsdamer Norden rollen. Wenn tatsächlich 2021 die ersten Krampnitzer einziehen, kommt die Anbindung für sie acht Jahre zu spät. Schien es schon fragwürdig, ob sich die neuen Bewohner vier Jahre lang mit Verkehrsprovisorien zufrieden geben würden, dürfte klar sein, dass für acht Jahre eine andere Lösung her muss als ein paar Busse. Sonst kann man es den Krampnitzern nicht verübeln, wenn sie doch auf ein, oder je nach Arbeitsort, auch zwei Autos pro Haushalt zurückgreifen. Nur ist das im Konzept mit einem halben Parkplatz pro Haushalt nicht vorgesehen – Autochaos vorprogrammiert. Hier umzudisponieren und doch auf Privatautos als Verkehrsmittel der Wahl zu setzen, kann mit Blick auf den Klimaschutz nicht das Ziel sein. Also muss für eine öffentliche Alternative gesorgt werden, ob durch Obusse oder andere Ansätze. Sonst wird aus dem Vorzeigestadtteil leicht ein Verkehrschaoskiez. Zumal mit dem Tramstart Ende 2029 womöglich noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Denn die Streckenführung bietet noch viel Konfliktpotential.


Krampnitz-Hintergrund