Kommentar | Weihnachtsmarkt in Potsdam : Echt schade!

Die Pläne für den diesjährigen "Blauen Lichterglanz" sind ernüchternd. Der große Wurf ist ausgeblieben. Dabei war für neue Ideen in der Corona-Pause eigentlich reichlich Zeit.

Im Vorjahr war Weihnachtsmarkt ausgefallen.
Im Vorjahr war Weihnachtsmarkt ausgefallen.Foto: Andreas Klaer

Alle Jahre wieder – wird zur Weihnachtszeit deutlich, dass sich die Sehnsucht nach Besinnlichkeit und Romantik nicht mit der schnöden Notwendigkeit des Geldverdienens verträgt. Ein Widerspruch, der sich immer wieder besonders im Weihnachtsmarkt in der Brandenburger Straße zeigt. Eine Kulisse wie aus einem Märchen verliert durch Verkaufsstände mit Handytaschen und Champignons in Knoblauchsahnesoße jeden Charme. 

Grundlegende Kritik wurde in den vergangenen Jahren immer wieder mit dem Verweis abgetan, dass die Besucherzahlen für sich sprechen – und dem ist wohl auch schlecht etwas entgegenzusetzen. Der eine mag’s halt beschaulich, der andere lässt es auch zu Weihnachten gerne krachen. Immerhin soll es ja nun ein paar Änderungen geben, damit der „Blaue Lichterglanz“ wenigstens ökologisch verträglicher wird und für Rollstuhlfahrer kein Hindernisparcours. 

Der große Wurf ist dies freilich nicht. Dabei war für neue Ideen in der Corona-Pause eigentlich reichlich Zeit. Dass es in Potsdam nicht möglich ist, an einem anderen schönen zentralen Ort einen kostenlosen Markt zu ermöglichen, der weniger kommerziellen Charakter hat – etwa auf dem Alten Markt, und wenn es nur an einem Adventswochenende ist – ist schwer verständlich. Und echt schade!