Kommentar | Streit um Fahrländer See : Quadrierter Kreis

Wassersportler entdecken den Fahrländer See immer stärker für sich. Es wurden bereits Rufe nach einem Surf-Verbot laut. Die Bedürfnisse aller Beteiligten unter einen Hut zu bekommen, dürfte schwierig werden.

Um den Fahrländer See gibt es Streit.
Um den Fahrländer See gibt es Streit.Foto: Ottmar Winter PNN

Zugemüllte Seeufer, im Schilfgürtel wird gegrillt, ringsum herrscht Parkchaos. Kommt Ihnen das bekannt vor? Die Rede ist aber diesmal nicht vom Heiligen, sondern vom Fahrländer See. Auch wenn der erstere im Welterbe liegt und der letztere nicht, sind die Problemlagen an beiden Gewässern doch nicht unähnlich. Hier wie dort sind es Erholungssuchende, deren Treiben den Beteiligten die Zornesfalten in die Stirn gräbt. Im Falle des Fahrländer Sees nun sind es Surfer und Kitesurfer, die das Gewässer in Corona-Zeiten stärker als früher für sich entdeckt haben. 

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Das Problem: Der See liegt in einem Landschaftsschutzgebiet und ist ein Biotop für viele Wasservogelarten. Zudem sorgen die Wassersportler für die eingangs beschriebenen Zustände. Die Ortsbeiräte von Fahrland und Neu Fahrland wollen dem Treiben ein Ende setzen und fordern ein Surf-Verbot für den Fahrländer See. Dass ein solches verhängt wird, darf indes bezweifelt werden. Denn die Stadt zeigt auch Verständnis für die Bedürfnisse der Wassersportler. Nach eigenem Bekunden werden bereits Gespräche mit allen Beteiligten geführt, um „angemessene Lösungen“ für die Potsdamer zu finden. Das zu schaffen, gliche aber wohl der Quadratur des Kreises.