Kommentar | Schwimmkurse ohne Kinder : Bürokratischer Bauchklatscher

Das Land Brandenburg bietet in den Ferien kostenlose Schwimmkurse für 3000 Kinder an. Das sei gut gemeint, aber schlecht gemacht, meint PNN-Autor Erik Wenk.

Wegen der Pandemie konnten viele Kinder in den vergangenen Monaten keine Schwimmkurse absolvieren (Symbolbild).
Wegen der Pandemie konnten viele Kinder in den vergangenen Monaten keine Schwimmkurse absolvieren (Symbolbild).Foto: picture alliance / dpa

Seit Monaten warnen Schwimmlehrer und Rettungsschwimmer vor gefährlichen Defiziten von Grundschüler:innen beim Schwimmunterricht, der aufgrund der Pandemie zu großen Teilen ausgefallen ist. Spätestens seit dem Badetod eines achtjährigen Jungen im Großen Lienewitzsee dürfte allen klar sein, wie begründet diese Mahnungen sind. 

Dass das Land nun in den Ferien kostenlose Schwimmkurse für 3000 Kinder anbietet, ist gut gemeint, aber schlecht gemacht, denn die Kurse sind an einen Hortbesuch gekoppelt; Eltern, die ihre Kinder selbst zur Schwimmhalle bringen wollen, dürfen dies nicht. Am unverständlichsten ist jedoch, dass die Horte zwei Tage vor Ferienbeginn über diese Bedingungen informiert wurden. 

Dass Eltern und Horte ihre Ferienplanung seit Wochen fertig haben und nicht alles noch einmal umwerfen wollen oder können, müsste allen Verantwortlichen klar sein. So bleiben die Schwimmkurse leer – es sei denn, man bezahlt einen regulären Kurs, der schon mal 150 Euro kosten kann. 

Dank dieses bürokratischen Bauchklatschers von Seiten des Bildungsministeriums bleiben vor allem die auf der Strecke, die die kostenlosen Schwimmkurse nach dem Lockdown besonders gebraucht hätten, nämlich Kinder aus finanziell schwachen Familien.