Kommentar | Raststätte an der A10 : Zeit vertan

Die Entscheidung für den Bau einer Raststätte im Potsdamer Norden wurde den Bürgern erst bekannt, als das zuständige Landesamt ein Areal ausgewählt hatte. Das ist nicht hinnehmbar.

Uwe Trinkaus (li.) und Maik Pieske von der Bürgerinitiative gegen den geplanten Bau einer Raststätte an der A10 zwischen Paaren und Paretz.
Uwe Trinkaus (li.) und Maik Pieske von der Bürgerinitiative gegen den geplanten Bau einer Raststätte an der A10 zwischen Paaren...Foto: Andreas Klaer

Transparenz ist einfach ins Deutsche zu übersetzen: Durchsichtig soll sein, was sich da auf einer zweiten Ebene verbirgt – ob es sich um ein Schaufenster oder politische Entscheidungen handelt. So ist es nicht hinzunehmen, dass die Entscheidung für den Bau einer Raststätte im Potsdamer Norden Bürgern erst bekannt wurde, als das zuständige Landesamt mehrere Standorte bewertet und in aller Heimlichkeit ein Areal nahe Paaren für den Riesen-Parkplatz auserwählt hatte – und ebenso still das Planfeststellungsverfahren dafür eröffnete.

Kaum zu glauben, dass die Kommunalpolitiker im Hauptausschuss am 26. August darüber unterrichtet wurden und schwiegen, kaum zu glauben auch, dass die Stadt in völliger Fehleinschätzung des Themas das Konfliktpotenzial als „mäßig bis gering” bewertete. 

Gewiss: Bürgerbeteiligung wird auch noch bei den Anhörungen zum Planfeststellungsverfahren stattfinden. Aber es wurde Zeit vertan, die Bürger zu informieren. Spätestens Ende August wäre es geboten gewesen, das Thema öffentlich zu machen. So wurde Enttäuschung produziert, mancherorts auch Wut.