• Kommentar | Potsdams Welterbeparks: Was die Schlösserstiftung bisher zu wenig macht

Kommentar | Potsdams Welterbeparks : Was die Schlösserstiftung bisher zu wenig macht

Die Schlösserstiftung sollte mehr Parkwächter einstellen - und eine Imagekampagne zum Schutz ihre Welterbegärten starten.

Verstöße gegen die Parkordnung, so wie hier 2019 im Neuen Garten, ziehen kaum Strafen nach sich.
Verstöße gegen die Parkordnung, so wie hier 2019 im Neuen Garten, ziehen kaum Strafen nach sich.Foto: Sebastian Gabsch

Alle Jahre wieder die ähnlichen Schlagzeilen: Vandalismus und Müllberge im Neuen Garten oder anderen Potsdamer Schlösserparks. Der Nutzungsdruck auf diese Grünanlagen steigt in der wachsenden Stadt, auch wegen den immer heißeren Sommern, die wiederum Flora und Fauna belasten. Die Parks leiden. 

Um der Zerstörung zu begegnen, ist es nicht damit getan, dass die für die Parks verantwortliche Schlösserstiftung von ihren Geldgebern mehr Geld für Parkwächter erhält oder dass das Ordnungsamts dort eingesetzt wird - was beides sinnvoll wäre. 

PNN-Redakteur Henri Kramer.
PNN-Redakteur Henri Kramer.Foto: Sebastian Gabsch

Doch um flächendeckend die Parkordnung durchzusetzen, sind die Anlagen schlicht zu groß. Bei der Stiftung ist noch mehr Kreativität gefragt, wenn es darum geht, gerade auch jungen oder Neu-Potsdamern zu vermitteln, was der Welterbestatus dieser Gärten bedeutet – dass es sich eben nicht um einfache Freizeitwiesen handelt, sondern um menschengemachte Kulturdenkmale, die für folgende Generationen bewahrt werden. 

Doch Appelle der Stiftung verhallen bisher ungehört. Orientieren könnte sie sich an erfolgreichen Kampagnen wie jener der Berliner Verkehrsbetriebe, die mit ihrer humorvollen Art etwas Wichtiges erreicht hat: Die Identifikation der Nutzer mit den Unternehmenszielen. In Potsdam müssen sich die Nutzer wieder mehr damit identifizieren, was ihre Parks sind: Ein Kulturgut. Das fehlt bisher im Kampf gegen den Vandalismus in den Parks.