Kommentar | Potsdamer Bürgerservice : Nichts ist besser

Der Potsdamer Bürgerservice hatte zuletzt Besserungen angekündigt. Unser Redakteur versuchte daraufhin, einen Reisepass zu beantragen - und scheiterte.

Der Gang zum Bürgerservice endet nicht immer erfreulich.
Der Gang zum Bürgerservice endet nicht immer erfreulich.Foto: Andreas Klaer

Die Ankündigung am 8. April klang wie die Rückkehr zur Normalität. „Erste Veränderungen im Bürgerservice umgesetzt“, meldete die Pressestelle von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). Grundlegende Dienstleistungen der Stadt für ihre Einwohner sollen demnach wieder besser funktionieren. 

Doch der Selbstversuch am Dienstag – benötigt wird ein neuer Reisepass – verlief leider frustrierend. Dabei war die Rechnung einfach: Vielleicht wird es einfacher, an einen Termin zu kommen, wenn in den Ferien viele im Urlaub sind. Doch Pustekuchen. Station eins: Am Smartphone, wie vom Rathaus empfohlen, begann Punkt acht Uhr der Versuch, einen Online-Termin für den Bürgerservice zu erhalten. 

Zunächst waren auch Dutzende Termine verfügbar, sogar am gleichen Tag. Allerdings: Wer auf einen Terminwunsch klickt, muss aktuell wegen der hohen Nachfrage nicht nur minutenlang warten, bis die nächste Seite der Online-Terminverwaltung geladen ist. Das Problem: In der Zwischenzeit können andere Nutzer den gleichen Termin buchen. Das Resultat bis 8.30 Uhr: Gleich achtmal ließ sich der angeklickte Termin nicht final bestätigen. 

Stattdessen erhielt man zum Beispiel die Meldung, dass „der letzte verfügbare Termin“ für den gewählten Tag „zwischenzeitlich anderweitig vergeben“ wurde: „Bitte wählen Sie einen neuen Termin.“ Oder auch: „Fehler in Sitzungszuordnung.“ Zugleich hatte die Stadtverwaltung auch angekündigt, dass man zu einem „speziellen Schalter“ im Rathaus auch ohne Termin kommen dürfe – um dort zu warten, bis man aufgerufen wird. 

Doch auch diese Möglichkeit entpuppte sich am Dienstagvormittag vor Ort nur als theoretisch: Ein Sicherheitsmitarbeiter schickte Leute, die das nutzen wollten, wieder nach Hause. Bis Mittag erschien dann auf der Internetseite der Stadt auch in Rot der kleine Hinweis: Eine Vorsprache im Bürgerservicecenter ohne Termin könne am Dienstag „bedauerlicherweise aus organisatorischen Gründen nicht angeboten werden“. Fazit nach derart vergeudeter Lebenszeit in den Ferien: Nichts klappt besser.