Kommentar | Pannen bei Krampnitz-Planung : Strukturell überfordert

Die Häufung von Pannen und Verzögerungen bei der Entwicklung von Krampnitz sind ärgerlich. Das Projekt wird das vermutlich überstehen. Doch die Lage deutet auf ein größeres Problem hin.

Krampnitz: In der Theorie ganz toll.
Krampnitz: In der Theorie ganz toll.Visualisierung: Entwicklungsträger

Potsdam - Verschobene Termine, ungeklärte Finanzierungsfragen, auf Eis gelegte Bebauungspläne und peinliche Verfahrensfehler - die Kette an schlechten Neuigkeiten über das geplante neue Stadtviertel auf dem früheren Kasernenareal in Krampnitz reißt nicht ab. Dennoch sieht es (noch) so aus, als ob all diese Pannen das Prestigeprojekt zwar verzögern aber nicht stoppen. Das dürfte auch für das Potsdamer Rathaus die gute Nachricht sein. Leider ist es die einzige. 

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Denn angesichts der durchaus langen Vorgeschichte, hätte man erwarten können, dass bei einem Projekt dieser Bedeutung Grundlegendes beherrscht wird. Schließlich hat sich die Stadt schon 2012 für dieses Entwicklungsgebiet entschieden. Es kam also nicht gerade über Nacht. 

Die damals Verantwortlichen sind inzwischen alle nicht mehr im Amt. Den Ärger kriegen nun die Nachfolger ab. Dennoch wäre es nach acht Jahren schön, etwas mehr vorweisen zu können als Zweckoptimismus. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Kapazitäten im Rathaus mit dem Tagesgeschäft der wachsenden Stadt schon derart strapaziert sind, dass ein Riesenprojekt wie dieses direkt in die strukturelle Überforderung führt.