Kommentar | Nach dem Eklat um das Afrikafest : Ermutigende Signale

Potsdams Stadtverwaltung übt sich in Fehlerkultur, zeigt einen sensiblen Umgang mit Minderheiten und reagiert schnell. Das ist beispielhaft, meint PNN-Redakteur Henri Kramer.

Henri Kramer
Ein Foto vom Afrikafest 2018 am Bassinplatz mit Tänzerin Mwenda Mayer.
Ein Foto vom Afrikafest 2018 am Bassinplatz mit Tänzerin Mwenda Mayer.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Die Friedensbotschaften nach dem Eklat um das abgebrochene Afrikafest sind ermutigend - aus mehreren Gründen. So übt sich die Stadtverwaltung in Fehlerkultur und räumt auch eigene Versäumnisse ein. Zum Beispiel, das Afrikafest auf einem Platz genehmigt zu haben, der als zu klein für den Besucherzustrom unter Corona-Bedingungen hätte erkannt werden müssen. Zudem hat die Stadtverwaltung, in dem sie sich schnell mit den Organisatoren des Fests an einen Tisch setzte, auch ein klares Zeichen dafür gesetzt, dass sie die Enttäuschung der afrikanischen Community in Potsdam über das Vorgehen des Ordnungsamts sowie die Rassismus-Vorwürfe sehr ernst nimmt und ausräumen möchte. 

PNN-Redakteur Henri Kramer.
PNN-Redakteur Henri Kramer.Foto: Sebastian Gabsch

Nach dem Treffen kann die Stadt(-Gesellschaft) nun den Blick auf wichtige Termine der nächsten Wochen richten - auf die interkulturelle Woche, mehr aber noch auf die Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit, bei denen besonders Potsdam als weltoffene Stadt ein Modell für andere Kommunen in Deutschland sein will. Denn zur Wahrheit gehört auch: Andernorts hätte der Abbruch eines Afrikafests womöglich nur ein Achselzucken ausgelöst. In Potsdam ist man glücklicherweise deutlich sensibler im Umgang mit Minderheiten.