Kommentar | Kompromiss für die Garnisonkirche : Selbst verblüfft

Der jahrelange Streit um den Wiederaufbau der Garnisonkirche ist gelöst - auch dank fünf Student:innen der HPI School of Design Thinking.

Knapp 90 Meter hoch soll der Garnisonkirchturm werden.
Knapp 90 Meter hoch soll der Garnisonkirchturm werden.Foto: Ottmar Winter PNN

Die Freude über das Ergebnis war etwas ungläubig. Dass sich Vertreter der Stadt, der Stiftung Garnisonkirche und des Rechenzentrums zu einer gemeinsamen Pressekonferenz an einen Tisch setzen und einen Kompromiss in dem über Jahre festgefahrenen Streit verkünden, schien diese selbst zu überraschen. 

Zu verdanken ist die Einigung neben dem Vermittlungsgeschick von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) auch einer Gruppe von fünf Student:innen der HPI School of Design Thinking. Im Auftrag der Stadtverordneten hat die interdisziplinäre Gruppe unter dem Motto „Platz da!“ ein umfangreiches Nutzungskonzept entworfen. Sie haben das Gespräch gesucht, Wünschen zugehört, Ideen gesammelt, Modelle gebastelt, Beispiele aus anderen Städten betrachtet und Vorschläge entwickelt. 

Zwar unkten die Beteiligten augenzwinkernd über die vielen Anglizismen und einen Prozess, dessen Sinn sich so manchem nicht sofort erschloss. Doch dem Design Thinking Projektteam ist etwas gelungen, was in dem Konflikt kaum noch möglich schien: Alle Parteien haben ernsthaft miteinander gesprochen. Sie haben wieder eine Chance auf eine Lösung gesehen – die nun auf dem Tisch liegt.