Kommentar | Kitas in Potsdam : Keine Priorität

Nicht erst das Beitragschaos macht die Misere bei der Kinderbetreuung in Potsdam deutlich. Ein Kommentar von PNN-Chefredakteurin Sabine Schicketanz.

In Potsdam gibt es bei den Kita-Gebühren deutliche Unterschiede (Symbolbild).
In Potsdam gibt es bei den Kita-Gebühren deutliche Unterschiede (Symbolbild).Foto: dpa

Kita und Potsdam - da ist seit Jahren der Wurm drin. Mal kassiert die Stadt Millionen Euro zu viel von den Eltern, mal wird zum x-ten Mal die Einführung eines sogenannten Kita-Navigators zur einfachen und transparenten Kitaplatz-Suche vertagt. Jetzt müssen Eltern auch noch damit rechnen, dass der Platz in der einen Kita sie deutlich teurer zu stehen kommt als der gleiche Platz in einer anderen Einrichtung in der Stadt. 

Natürlich, an all dem Elend ist nicht allein die Stadtverwaltung Schuld. Das Landeskitagesetz gehört dringend reformiert, was nunmehr versprochene Sache ist. Allerdings dauert dies alles viel zu lang - und geht zu Lasten jener, die schon vor der Coronakrise deutlich belastet waren: den Familien.

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Die Pandemie zeigt, mit welcher Vehemenz Politik (richtigerweise!) handeln kann, wenn es denn dringend nötig ist. Nun ist die Lage bei der Kinderbetreuung nicht vergleichbar mit der Coronakrise. 

Allerdings genießt die frühkindliche Bildung und Betreuung seit Jahrzehnten im Bund, im Land Brandenburg und eben auch in der Stadt Potsdam nicht die Priorität, die sie politisch haben müsste und die offenkundig nötig wäre, um Qualität, Quantität und Finanzierung der Kitabetreuung transparent und angemessen zu regeln - im Sinne der Kinder, Eltern und der Erzieherinnen und Erzieher.