Kommentar | Keine Maskenpflicht für Grundschüler : Kurzsichtig

In Brandenburg ist eine Maske seit heute nur noch in weiterführenden Schulen verpflichtend. PNN-Redakteur Henri Kramer hält diese Entscheidung für falsch - und gefährlich.

Grundschüler benötigen in Brandenburg derzeit keine Maske im Unterricht.
Grundschüler benötigen in Brandenburg derzeit keine Maske im Unterricht.Foto: dpa

Wenn am heutigen Montag tausende Grundschüler in Potsdam und Umgebung in die Schule gehen, werden viele Eltern den Besuch mit Sorge betrachten. Denn anders als in Berlin und ungeachtet stetig steigender Corona-Werte hat das brandenburgische Kabinett mit Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) entschieden, die noch in den ersten beiden Wochen geltende Maskenpflicht an den Grundschulen nicht zu verlängern. 

Die absurde Folge in Sachen Gesundheitsschutz: In den weiterführenden Schulen, wo Teenager sich inzwischen auch mit einer Impfung schützen können, ist der Schutz durch die Maske weiter verpflichtend – während die Kinder in den Grundschulen, die noch nicht mit Vakzinen geschützt werden können, nun auf den Mund-Nasen-Schutz verzichten sollen, also noch ungeschützter der so ansteckenden Deltavariante ausgesetzt sind. 

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Das Ministerium begründet seine Entscheidung allen Ernstes mit pädagogischen Erwägungen, man könne ohne Maske eben besser lernen. Das mag zwar sein: Allerdings ist die nun so forcierte Durchseuchung in den Grundschulen, man kann es nicht anders sagen, kreuzgefährlich. Einmal gibt es auch bei Kindern einen Anteil, die von Long Covid bedroht sind. Ferner werden viele Schüler absehbar wieder in Quarantäne müssen und Homeschooling so wieder Normalität. 

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Und die infektiösen Kinder werden auf ihre vielfach geimpften Eltern treffen – und in jedem einzelnen Fall kann das Virus dann lernen, diese durch die Vakzine gebildeten Antikörper zu überlisten und zu mutieren. Auch in dieser Hinsicht ist die Entscheidung gegen die Maskenpflicht denkbar falsch – und sollte schnellstmöglich zurückgenommen werden. Das ist erst denkbar, wenn auch für die unter zwölf Jahre alten Kinder ein Impfstoff verfügbar ist.