Kommentar | Impfflaute : Erst der Piks, dann eine Belohnung?

Im Kampf gegen die aufziehende Impfmüdigkeit sei Kreativität gefragt, meint PNN-Redakteurin Sandra Calvez. Warum nicht Gutscheine für kommunale Bäder oder Museen verteilen?

In Brandenburg ging die Zahl der wöchentlichen Impfungen zuletzt zurück (Symbolbild).
In Brandenburg ging die Zahl der wöchentlichen Impfungen zuletzt zurück (Symbolbild).Foto: dpa

Zuerst war der Impfstoff rar, die Termine knapp und umkämpft. Doch nun werden langsam aber sicher die Impfwilligen rar. Die Impfflaute zieht auf. Wer am Dienstag einen Impftermin in der Potsdamer Metropolishalle buchen wollte, hatte die Wahl zwischen Terminen in den folgenden drei Tagen. Nun gilt es, jene zu erreichen, die nicht ohnehin schon einen Termin vereinbart haben. Sicher sind ein Flyer und Posts in den sozialen Medien ein Ansatz. 

Doch um wirklich in Richtung einer Herdenimmunität zu gelangen, wird das nicht reichen. Hier ist mehr Kreativität gefragt. Eine Studie von Berliner Forschern hat drei Anreizsysteme getestet: Eine Belohnung, eine leichte Zugänglichkeit, mehr Freiheiten nach der Impfung. Das Ergebnis: Jede der drei Methoden überzeugte einige Prozent, sich doch impfen zu lassen. Ideen gibt es aus allen drei Bereichen.

Impfungen per Drive-In, an belebten Orten oder vor Shisha-Bars. Spritzstationen in Freizeitparks mit anschließendem freien Eintritt. Oder kleine Geschenke als Anreiz. Es lohnt sich, als Stadt zu überlegen, welche Ideen umgesetzt werden könnten. Warum nicht Gutscheine für kommunale Bäder oder Museen verteilen? Impfmobile an beliebten Kiezplätzen? Oder kleine Geschenke in Kooperation mit Firmen?