Kommentar | Hochhausbau in Potsdam : Hoch statt weit

Potsdam braucht neuen Wohnraum, aber müssen es denn direkt Hochhäuser sein? Ja, meint PNN-Chefredakteurin Sabine Schicketanz. Und genau an dieser Stelle stehen sie richtig.

Das Projekt "Wohnen am Stern" in Potsdam nimmt Gestalt an - hier eine Visualisierung der möglichen Bebauung.
Das Projekt "Wohnen am Stern" in Potsdam nimmt Gestalt an - hier eine Visualisierung der möglichen Bebauung.VISUALIERUNG: BAUMSCHLAGER EBERLE

Braucht Potsdam vier neue Hochhäuser neben dem Stern-Center? Auch wenn die Skepsis in der Stadt vor allem angesichts neuer, hoher Bauten immer groß scheint: Die Antwort lautet ja. Wohnraum ist weiter nachgefragt, besonders mangelt es an günstigen und verkehrlich gut angebundenen Wohnungen in verschiedenen Größen. Da können die Center-Hochhäuser Abhilfe schaffen – und zwar weitgehend ohne die vorhandene Infrastruktur zu überfordern. Am Stern kann bestens eingekauft werden, es gibt Kitas, Schulen und Arztpraxen, Tram und Bus fahren in der Nähe und binden an die Innenstadt und den Hauptbahnhof an und die Autobahn nach Berlin liegt quasi vor der Tür.

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Und auch direkt vor Ort können die Neubauten die Lage zum Besseren verändern: Tatsächlich ist das Umfeld des Stern-Centers mit Parkplätzen und Gewerbeflächen eher unwirtlich, die Anbindung des Centers an die anliegenden Wohngebiete nur mäßig gelungen. Wenn nun dort statt parkender Autos nutzbare Grünflächen und eine gute Atmosphäre entstehen, ist auch das ein Gewinn – für die neuen Mieter, die Einkaufenden im Center und auch für die Bewohner von Stern und Drewitz. Für die Pläne sollten die Stadtverordneten nach gründlicher Prüfung daher grünes Licht geben.