Kommentar | Garnisonkirchen-Projekt : Unsensibler geht’s nicht

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) stellt 350.000 Euro für eine Ausstellung im Turm der Garnisonkirche bereit. PNN-Redakteur Peer Straube hält das für keine gute Idee.

Blick auf die Baustelle der Garnisonkirche.
Blick auf die Baustelle der Garnisonkirche.Foto: Andreas Klaer

Pecunia non olet. Geld stinkt nicht. Nichts passt besser als diese uralte Weisheit, ursprünglich gemünzt auf die vom römischen Kaiser Verspasian erhobene Latrinensteuer, auf die jüngsten Entwicklungen bei der Garnisonkirche. Das hochumstrittene und daher behutsam zu behandelnde Projekt wird nun auch noch von der Bundeswehr gefördert. Unsensibler geht’s nicht. 350.000 Euro stellt Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) für den Aufbau der im Turm geplanten Ausstellung in Aussicht. 

Ausgerechnet die Bundeswehr, die öffentlich zuletzt eher durch die Pflege rechtsradikalen als demokratischen Gedankenguts auffiel, bezahlt nun das heikelste Projekt des ganzen Vorhabens. Denn genau diese Ausstellung muss zwingend alle braunen Umtriebe in der Geschichte des Gotteshauses hell erleuchten. 

Und zwar in all ihren unseligen Facetten, den älteren (Tag von Potsdam) und den jüngeren (Max Klaar). Die Erwartungen an diese Ausstellung sind zu Recht ungeheuer hoch. Um sie zu erfüllen, hätte es eines klaren Bruchs mit der Militärvergangenheit der Kirche bedurft. Das Gegenteil ist der Fall. Der Grundgedanke eines Versöhnungszentrums wird damit ad absurdum geführt.