Kommentar | Entscheidung über Synagogenbau in Potsdam : Fader Beigeschmack

Nun gibt es zwar eine Entscheidung zum Synagogenbau in Potsdams Mitte, aber keine Einigkeit. Kritiker wurden umgangen. Ob das weise war, muss sich zeigen.

Plakat am zukünftigen Baustandort der jüdischen Synagoge Potsdam im Oktober.
Plakat am zukünftigen Baustandort der jüdischen Synagoge Potsdam im Oktober.Foto: Andreas Klaer

Eigentlich sollte es eine gute Nachricht sein, dass Potsdam endlich, mehr als 75 Jahre nach der Naziherrschaft, wieder eine Synagoge in seiner Mitte bekommt. Doch die Art und Weise, wie diese Entscheidung zustande gekommen ist, hinterlässt einen faden Beigeschmack. 

Die Landesregierung hat sich für das Projekt zweifellos gewichtige Partner an die Seite geholt, es gibt einigen Applaus aus dem politischen Raum in Stadt und Land und auch mehrere jüdische Gemeinden stehen hinter dem Projekt. Doch das Problem, dass zwischen den Gemeinden keine Einigkeit über das Projekt besteht, ist damit nicht aus der Welt. Die ersten Reaktionen der Synagogengemeinde zeigen das schon. 

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Es hat viele Verzögerungen und viele Jahre des Streits gegeben mit gegenseitigen Vorwürfen – schließlich stammt die grundsätzliche Entscheidung zum Synagogenbau aus dem Jahre 2005. Frustration mag den Wunsch nach einem baldigen Ende des Streits erklären, ein guter Ratgeber ist sie nicht. Nun hat man sich für ein Konstrukt entschieden, das die Gruppierung der Kritiker außen vor lässt und sie im Nachhinein zum konstruktiven Mitarbeiten eingeladen. Ob es eine weise Entscheidung ist, muss sich noch zeigen.