Kommentar | Elterntaxis : Bitte aussteigen

PNN-Autor Erik Wenk über Alternativen zum Elterntaxi vor den Schulen. Ein Kommentar.

Autos ohne Ende vor der ersten Stunde an der "Grundschule am Jungfernsee" - dazwischen Kinder und Eltern.
Autos ohne Ende vor der ersten Stunde an der "Grundschule am Jungfernsee" - dazwischen Kinder und Eltern.Foto: Andreas Klaer

Eltern möchten – aus nachvollziehbaren Gründen – ihre Kinder so wenig Gefahren wie möglich aussetzen. Dass sie deshalb zu Dutzenden im SUV vor der Schule auffahren, und so den Schulweg für andere Kinder nicht nur ungemütlicher, sondern potenziell auch gefährlicher machen, ist für Polizei (und andere Eltern) zu Recht ein Ärgernis. Doch wo die Angst vor dem vermeintlich gefährlichen Schulweg herrscht, kommt man mit rationalen Argumenten nicht weit. 

In ihrer neuen Elterntaxi-Broschüre geht die Potsdamer Polizei deshalb noch einen anderen Weg und weist auf etwas hin, das weit über das Thema Verkehrssicherheit hinausgeht: „Erinnern Sie sich noch an Ihren Schulweg? Auf diesem hat man Hausaufgaben verglichen, Geheimnisse ausgetauscht, Freundschaften geschlossen und gemeinsam manch interessante Entdeckung gemacht“, heißt es da. 

PNN-Autor Erik Wenk.
PNN-Autor Erik Wenk.Foto: Sebastian Gabsch

Absolut richtig: Der Schulweg ist ein sozialer Raum, der durch omnipräsente Eltern gar nicht erst entstehen kann. Mütter und Väter mögen sich selbst so die Angst nehmen, dass den Sprösslingen etwas auf dem Weg passiert, den Kindern aber nehmen sie die Selbstsicherheit, beziehungsweise die Gelegenheit, eine solche zu entwickeln. Damit verschiebt sich das Problem nur: Irgendwann muss jeder und jede nun mal alleine zur Schule gehen.

[Was ist los in Potsdam und Brandenburg? Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie direkt aus der Landeshauptstadt. Mit dem neuen Newsletter Potsdam HEUTE sind Sie besonders nah dran. Hier geht's zur kostenlosen Bestellung.]