Kommentar | Debatte um den Angergrund : Dauerpatt

Eine geplante Wohnanlage auf der früheren Babelsberger Gartensparte Angergrund ist vom Tisch. Die Investorenfirma Tamax hat zu hoch gepokert, aber Gewinner gibt es nicht. Ein Kommentar.

Die Kleingartenanlage Angergrund in Babelsberg ist gesperrt. 
Die Kleingartenanlage Angergrund in Babelsberg ist gesperrt. Foto: Ottmar Winter PNN

Die Investorenfirma Tamax hat hoch gepokert – und verloren. Das Unternehmen hatte damit gedroht, sein Angebot für den Bau eines Wohnquartiers für 1200 Menschen auf der ehemaligen Kleingartenanlage Angergrund in Babelsberg zurückzuziehen und Gespräche mit der Stadt abzubrechen, sollten die Stadtverordneten eine weitere Veränderungssperre und die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschließen. Genau das ist geschehen. 

Die Ankündigung klang wie eine Erpressung. Durch dieses grenzüberschreitende Verhalten ließ die Tamax der rot-grün-roten Rathauskooperation letztlich keine Wahl, als den Beschlüssen zuzustimmen. Potsdams Baubeigeordneter Bernd Rubelt (parteilos) bezeichnete das Vorgehen des Investors zurecht als „Bodenlosigkeit“.

Doch nicht nur die Tamax hat verloren, es hat auch niemand anderes gewonnen. Denn der Bedarf für Potsdam ist doppelt gegeben – nach Grünflächen in Form der Kleingärten auf der einen Seite und nach zentrumsnahem Wohnraum auf der anderen. Doch von diesen Bedürfnissen kann nun zunächst keines mehr gestillt werden. Mit dem Abbruch von Gesprächen verbauen sich alle Seiten jeden möglichen Weg, aus dieser Dauerpattsituation herauszukommen. Nicht zu reden – das bringt niemanden weiter.