Kommentar | Corona-Testchaos in Potsdam : Mission Abstrich

In Potsdam gibt es eine Reihe von Schwierigkeiten, wenn man einen Corona-Test braucht. Ein Kommentar von PNN-Chefredakteurin Sabine Schicketanz.

Eine Labor-Mitarbeiterin eines Labors überführt einen trockenen Abstrich eines molekularbiologischen Tests auf das SARS-CoV-2-Virus in eine Flüssigkeit.
Eine Labor-Mitarbeiterin eines Labors überführt einen trockenen Abstrich eines molekularbiologischen Tests auf das...Foto: dpa (Symbolbild)

Ist es das unvermeidliche Chaos einer Ausnahmesituation? Die jüngsten Schilderungen von Potsdamern, die sich aus verschiedenen Gründen auf das Coronavirus testen lassen wollten oder mussten, offenbaren mindestens Unzulänglichkeiten im Umgang mit Menschen, die das Virus weitergeben könnten – oder dies möglicherweise schon getan haben. 

Die Bandbreite der Schwierigkeiten, wenn man in Potsdam einen Corona-Test braucht, reicht von nicht besetzten Hotlines über überlaufene Arztpraxen bis zu kompliziertesten Konstruktionen, welche Behörde welchen Betroffenen mit welcher Begründung zum Test schicken darf – und wer wann für diejenigen zuständig ist, die selbst zum Test kommen. 

Angesichts der steigenden Infektionszahlen ist der Bedarf, hier die Strukturen und die Kommunikation noch einmal glattzuziehen, augenscheinlich groß. Sonst könnte der Eindruck entstehen, mancherorts sei aus der ersten Welle nicht viel gelernt worden. 

Doch Potsdam hat, ganz klar, diese Schwierigkeiten nicht exklusiv. Aus dem Nachbarlandkreis Potsdam-Mittelmark wird berichtet, dass dort Infizierte die Listen ihrer Kontaktpersonen per Fax (!) an das Gesundheitsamt übermitteln sollten. Und selbst wenn das gelungen ist, diese tagelang nichts von der Behörde hören …