Kommentar | Corona-Debatte aus Sicherheitsgründen abgesagt : Einhalt gebieten

Wegen angekündigter Proteste wurde eine Diskussionsrunde an einer Potsdamer Schule mit RKI-Chef Lothar Wieler verschoben. Daraus sollte auch das Rathaus seine Lehren ziehen. Ein Kommentar.

Impfgegner und Corona-Leugner während einer Demonstration in Potsdam.
Impfgegner und Corona-Leugner während einer Demonstration in Potsdam.Foto: Andreas Klaer

Die Entwicklung ist besorgniserregend: Da organisiert eine anerkannte Potsdamer Bildungseinrichtung wie die Marienschule eine interne Diskussionsrunde mit dem Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler. Doch die Veranstaltung muss abgesagt werden, weil Mitglieder der Querdenker-Bewegung in ihren Netzwerken Proteste vor Ort ankündigen. 

Getreu dem Motto: Die Meinungsfreiheit gilt nur für die eigene Meinung, egal, wie wissenschaftlich unbegründet diese ist. Nicht nur tragen Querdenker und viele Impfgegner mit ihrem auch die eigene Gesundheit gefährdenden Verhalten zu einer schwierigeren und langsameren Pandemiebekämpfung bei. Manche schrecken auch vor angedrohter oder realer Gewalt nicht mehr zurück. 

Dieser Radikalisierung muss schnellstmöglich Einhalt geboten werden – durch Sicherheitsbehörden und aktiven Widerspruch von Bürgern, aber auch weiterhin durch Aufklärung und das Werben fürs Impfen von staatlicher Seite. Hier könnte aktuell Potsdams Rathaus deutlich aktiver auftreten. So sind Impfaktionen an Schulen derzeit nicht geplant, auch mobiles Impfen findet nur vereinzelt statt.