Kommentar | Biosphäre : Kleineres Übel

Die FDP will aus der defizitären Tropenhalle eine teure Schwimmhalle machen. Die Idee ist alt - muss aber nicht schlecht sein, findet PNN-Autor Marco Zschieck.

Bisher schwimmen nur Fische in der Biosphäre. Die FDP will das ändern
Bisher schwimmen nur Fische in der Biosphäre. Die FDP will das ändernFoto: Sebastian Gabsch

Skylla und Charybdis, Pest und Cholera - für die Wahl zwischen zwei Übeln gibt es bunte Vergleiche. Meist geht die Sache nicht gut aus. So gesehen ist Potsdam noch gut bedient mit der Biosphäre. Die spielt seit vielen Jahren zuverlässig Verluste ein. Auch viele Konzepte und noch mehr investierte Lebenszeit in Workshops konnten daran bisher etwas ändern. Immerhin hat das auch etwas Verlässliches an sich. 

Einen Abriss haben Rathausspitze und die Mehrheit der Stadtverordneten bisher gescheut. Stattdessen setzt man auf das Prinzip Hoffnung. Erstmal soll sehr viel mehr Geld ausgegeben werden, um dann künftig etwas weniger Verlust zu machen. Klingt toll. Nun fordert die FDP, die defizitäre Tropenhalle zu einem Kiezbad für den Norden umzubauen. Das wird sowieso gebraucht und auch das wäre ein Zuschussgeschäft. 

Die Idee, beides zu vereinen, hat schon einen gewissen Charme. Tatsächlich wächst die Einwohner- und auch die Schülerzahl im Norden weiter. Und die müssen auch irgendwo schwimmen. Klar ist aber auch: Die Biosphäre ist nicht als Schwimmbad gebaut, ein Umbau wäre teuer. Ideal ist also keine von beiden Möglichkeiten. Die Stadtpolitik kann also noch einmal in sich gehen. Denn eins ist sicher: Das Problem wird ihr erhalten bleiben.