• Zum Valentinstag: Buchhändler empfehlen Werke über Beziehungen

Zum Valentinstag : Buchhändler empfehlen Werke über Beziehungen

Heute ist der 14. Februar – ein zugleich verpönter wie gefeierter Tag. Dementsprechend hat sich Potsdams Buchhandel vorbereitet.

Zum Fest der Liebe kann man auch Bücher schenken.
Zum Fest der Liebe kann man auch Bücher schenken.Foto: Christian Charisius/dpa

Potsdam - Der Valentinstag spaltet die Gemüter – darüber braucht man kaum Worte zu verlieren. Die einen bereiten sich akribisch vor, nehmen sich Zeit, möglicherweise sogar einen freien Tag. Die anderen stöhnen auf und machen sich lustig – mit immer demselben Totschlagargument, dass allein der Blumenhandel profitiere. 

Daher die Frage: Wie verhält es sich eigentlich im Buchhandel? Stefanie Müller, eine der beiden Inhaberinnen der Potsdamer Buchhandlung Viktoriagarten, hat eine klare Antwort parat: „Den Valentinstag merkt man im Buchhandel nicht.“ Nicht in den vorigen Jahren und auch nicht im aktuellen. Vereinzelte Herren, so Müller, würden kurzfristig etwas suchen, aber ausschlaggebend sei das nicht. Dennoch hat sich Müller in diesem Jahr dazu hinreißen lassen, einen speziellen Valentinstagstisch vorzubereiten, zum ersten Mal. Dazu hat sie ein Roman inspiriert, der noch gar nicht erschienen ist.

Ein Roman aus Instagram-Posts

Jahrelang habe sie nämlich darauf gewartet, dass Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“ einen würdigen Nachfolger erhält. In Glattauers Liebesroman, der 2006 erschien, lernen sich zwei durch Zufall im Internet kennen, und zwar via E-Mail und mithilfe eines Tippfehlers. Zwischen beiden entwickelt sich ein Gespräch, ein reger Austausch von Mails, der die Grundlage der Geschichte bildet. Glattauer hatte somit eine zeitgenössische Version des Briefromans geschaffen. 2009 brachte der österreichische Schriftsteller auch einen Folgeroman heraus, den Stefanie Müller jedoch nicht als Thronfolger anerkennt. 

Stattdessen: „Du wirst mein Herz verwüsten“ von der französischen Autorin Morgane Ortin, die mit ihrem Account @amours_solitaires zu den erfolgreichsten Instagramerinnen zählt. Über das soziale Netzwerk veröffentlicht die 29-Jährige Kurznachrichten von Liebespaaren, aus denen sie nun einen ganzen Roman mit 288 Seiten gestrickt hat. In deutscher Sprache erscheint er erst am 18. Februar, was für Müller mehr als unverständlich ist – gerade des Schlussplädoyers wegen, in dem die junge Autorin zu mehr Liebe aufruft.

Auch Sachbücher und Ratgeber

Auf besagtem Tisch kann es also nicht liegen, wohl aber jede Menge Sachbücher und Ratgeber, die Müller zum Thema gefunden hat. Zum Beispiel „Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe“ von John M. Gottman mit Tipps und Fallbeispielen. „All about Us“ von Philipp Keel empfiehlt Müller ebenfalls. Das Buch helfe Paaren, sich gegenseitig noch besser kennenzulernen, während „Trennt Euch!“ von Thomas Meyer ebenfalls erhellend sein könne, auch in Beziehungen, die nicht Liebesbeziehung sind. 

Neben Kärtchen zum Thema Achtsamkeit liegt außerdem unter anderem „Glückliche Scheidungskinder“ von Remo H. Largo und Monika Czernin mit auf dem Tisch sowie „Liebende bleiben“ von dem Familientherapeuten Jesper Juul. Letzteres sei ein sehr wichtiges Buch, sagt Müller. Schließlich sei es für Eltern nicht leicht, im turbulenten Alltag noch Liebespaar zu bleiben.

Keine glückliche Liebe

Es sieht also bunt aus auf dem Valentinstagstisch in der Buchhandlung Viktoriagarten – je nachdem, welchen Weg auf der Suche nach Liebe man einschlagen möchte. Im Literaturladen Wist in der Dortustraße hat man sich nicht extra vorbereitet auf diesen 14. Februar, der dem frühchristlichen Heiligen Valentin gewidmet ist, der 269 als Märtyrer starb. „Bei verordneter Liebe machen wir nicht mit“, sagt Felix Palent vom Literaturladen. Eine derart von außen gemachte Fokussierung sei nicht unterstützenswert. Ohnehin gebe es in der Literatur, die bei Wist gern gelesen wird, selten glückliche Liebe – viel mehr würden die Versuche zählen.

Palent empfiehlt in Punkto Liebesroman Leïla Slimanis „All das zu verlieren“. Die Hauptrolle spielt Adèle, die – von außen betrachtet – ein ziemlich perfektes Leben lebt. Sie hat einen guten Job, ein schönes Zuhause, einen Mann, der erfolgreich ist, einen Sohn. Doch das alles scheint ihr zu glatt zu sein, es engt sie ein. Ihr Glück sucht sie in kurzen und heftigen Begegnungen mit Fremden. Sie will sich spüren, sich verlieren, begehrt werden. Nur dann ist sie verliebt in den Moment und nah bei sich selbst. 


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