• Zum Tode von Rosemarie Herzog-Götze

Kultur : Zum Tode von Rosemarie Herzog-Götze

Rosemarie Herzog-Götze ist tot. Die Potsdamer Schauspielerin starb in ihrem 85. Lebensjahr am 9. August an Herzversagen. Am kommenden Freitag wird sie auf dem Neuen Friedhof zur letzten Ruhe gebettet.

Die gebürtige Sebnitzerin, die an der Dresdner Hochschule für Musik und Theater studierte, war nach Stationen in Elbflorenz, Döbeln und Görlitz 1953 ans Hans Otto Theater gekommen. Hier stand sie unter anderem in Tschechows „Der Heiratsantrag“ gemeinsam mit ihrem Mann Günther Götze auf der Bühne, den sie beim Studium kennenlernte. Sie war in vielen Hauptrollen vor allem am Potsdamer Theater zu erleben, unter anderem als „Minna von Barnhelm“, als Hauptmanns „Rose Bernd“ oder als Katharina in Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“. Neben Gastspielen am Metropoltheater und am Deutschen Theater Berlin spielte sie auch in Schwänken oder dem „Polizeiruf“ für das Fernsehen, auch in dem erfolgreichen TV-Film „Mohr im Hause der Kreuzspinne“ war die Schauspielerin zu sehen.

Nach der Wende tourte Rosemarie Herzog-Götze mit Mann und Tochter Gela, die in die Fußstapfen ihrer Eltern trat, durch ganz Deutschland. Unter anderem mit ihren Tucholsky-Revuen, den Otto-Reutter-Abenden und dem literarischen Kabarett schuf sich die „Götze-Gang“ besonders in Berlin eine große Fangemeinde. Noch im Mai diesen Jahres feierte sie Erfolge mit dem Programm „Denn das Leben erfordert Heiterkeit“ während einer Ostseetournee, an der auch der Pianist Jürgen Pfeiffer beteiligt war. Im Ahrenshooper Kunstkaten hatte sie schließlich ihren letzten Auftritt.

Rosemarie Herzog-Götze vermochte in ihren Rezitationsabenden das Publikum vom ersten Moment an zu fesseln. Vor allem ihre kultiviert-expressive Sprechweise, die immer wieder durch einen feinen und leisen Humor gebrochen wurde, bleiben in guter Erinnerung. Sie war eine Sprecherin und Interpretin alter Schule. Und gerade deshalb so anziehend.kip

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