• Wege aus der Kulturkrise: Ministerin Schüle und der „New Deal“

Wege aus der Kulturkrise : Ministerin Schüle und der „New Deal“

Kultur müsse offener, durchlässiger werden. Das sagte Kulturministerin Manja Schüle im Rahmen einer ersten digitalen Kulturkonferenz. Die SPD-Politikerin kündigte eine Stärkung ländlicher Kultur an.

Kulturministerin Manja Schüle bei einem Termin im September.
Kulturministerin Manja Schüle bei einem Termin im September.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Katastrophal: So hat Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kultur mehrfach beschrieben. Im Rahmen einer ersten digitalen Kulturkonferenz ging sie am  Mittwoch zum produktiven Angriff über. „Die Kultur hat ohne Zweifel das schlimmste Jahr in der Geschichte unseres Landes hinter sich“, hieß es in der Einladung. Das Ziel der Konferenz mit rund einhundert Beteiligten aus ganz Brandenburg nun: „Wir stemmen uns gemeinsam gegen die Krise.“

„Kultur hat Zukunft – Brandenburger Kulturpolitik nach Corona“, so der Titel der Konferenz, die nicht weniger sein soll als der Auftakt zu einer neuen Kulturpolitik. Mit dabei auch viele Potsdamer: Sabine Chwalisz und Sven Till von der fabrik etwa, HOT–Intendantin Bettina Jahnke, Musikfestspielleiterin Dorothee Oberlinger, HBPG-Direktor Kurt Winkler. 

Intendantin Bettina Jahnke rechnet nicht damit, dass vor Mitte Januar wieder auf der Bühne Theater gespielt werden kann.
Intendantin Bettina Jahnke rechnet nicht damit, dass vor Mitte Januar wieder auf der Bühne Theater gespielt werden kann.Foto: Ottmar Winter PNN

Die Corona-Pandemie habe aufgezeigt, dass sich die Kulturpolitik „in den vergangenen Jahren zu stark aus Transformationsprozessen herausgenommen“ habe, etwa in puncto Nachhaltigkeit, so Schüle. Und „an der Digitalisierung werden wir nicht vorbeikommen.“ Kultur müsse offener, durchlässiger werden. Es brauche ein Kulturverständnis, bei dem „Volkstanz ebenso dazu gehört wie Computerspiele.“ Nötig sei ein „New Deal für die Kultur“.

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Digitalisierung: Nachholbedarf und Skepsis

Diesen New Deal will Schüle im Austausch mit den Kulturschaffenden angehen. Bis Ende 2022 soll es sechs Regionalkonferenzen und zwei überregionale Landeskonferenzen geben – auch mit Vertretern aus dem Bildungs- und Umweltministerium. Gerade in Bezug auf die Digitalisierung wurde in der Konferenz nicht nur Nachholbedarf formuliert, sondern auch Skepsis: Digitales könne Live-Erlebnisse nicht ersetzen, so einige Teilnehmer. 

Es fehle zudem an struktureller Förderung, ebenso wie an Langfristigkeit. Schüle kündigte hier Abhilfe ab 2021 an: eine neue Stärkung ländlicher Kultur über das Programm „Kulturelle Anker“ in Höhe von einer Million Euro. Förderzeitraum: drei Jahre. Und eine weitere Zusage dürfte sich bei den Kulturschaffenden eingeprägt haben: „Sobald möglich, werden wir die Kultur-Orte als erste wieder öffnen.“


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