• Vom Alten ins Neue: Potsdamer Kulturtipps bis zum Jahresende

Vom Alten ins Neue : Potsdamer Kulturtipps bis zum Jahresende

Was bloß tun mit all der freien Zeit zwischen den Jahren? Wir geben einen Überblick, was Potsdams Kultur bis zum Jahresende zu bieten hat – und wofür es noch Karten gibt.

Auch am 1. Januar 2017 läft der Förderverein Pfingstberg zum traditionellen Neujahrskonzert am Belvedere.
Auch am 1. Januar 2017 läft der Förderverein Pfingstberg zum traditionellen Neujahrskonzert am Belvedere.Foto: Förderverein Pfinstberg

Potsdam - Jetzt beginnt sie bald wieder, die Zeit zwischen den Jahren: 2016 ist noch nicht ganz zu Ende, 2017 noch nicht ganz da. Ein idealer Zeitpunkt, um das zu tun, wozu man sonst zu selten kommt: ausgehen, ins Kino, ins Theater, in Konzerte. Wir haben die interessantesten Veranstaltungen für die nächsten Tage zusammengetragen. So kommen Sie kulturell rundum versorgt vom Alten ins Neue.

 

FREITAG, 23. DEZEMBER

Man erzählt sich, dass in der Kindheit Friedrich II. angemalte „Tartuffoli“ – so nannte man Kartoffeln zu dieser Zeit – als Baumschmuck benutzt wurden. Peter Rainer, Konzertmeister der Kammerakademie Potsdam, begibt sich gemeinsam mit König Friedrich und dem Orchester auf die Suche nach weihnachtlichen Bräuchen wie diesen. Sie reisen durch Städte und Zeiten, erleben Geschichten von lustig bis verrückt und bringen Werke von Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach, Friedrich II. und Haydn von ihrem Ausflug zurück nach Potsdam. „Friedrich und die vergoldeten Erdäpfel“, empfohlen für Kitakinder und Schüler bis zur 4. Klasse. Beginn ist um 17 Uhr im Nikolaisaal (Wilhelm-Staab-Straße 10/11). Karten unter Tel.: (0331) 282 888 28.

 

SAMSTAG, 24. DEZEMBER

Wer Heiligabend nach Festessen und Geschenkerausch noch einmal stille Einkehr sucht, dem bieten sich mehrere Möglichkeiten. Zunächst um 18 Uhr gibt es in der Klein Glienicker Kapelle (Wilhelm-Leuschner-Straße 1) „Musik und Literatur zum Fest“. Die Sopranistin Ute Beckert singt, Gottfried Eberle begleitet auf der Orgel und Andreas Kitschke trägt Lesungen bei.

Zu vorgerückter Stunde buhlen zwei Orgelkonzerte um Aufmerksamkeit: In der Evangelischen Pfingstkirche (Große Weinmeisterstraße 49 b) gibt es um 23 Uhr „Musik zur Christnacht“, in der malerischen Heilandskirche Sacrow (Heilandskirche am Port von Sacrow) zur gleichen Stunde „Orgelmusik zur Christnacht“.

Auch in der Friedenskirche (Am Grünen Gitter 2) ist „Musik zur Christnacht“ zu erleben. Hier begegnen sich um 23 Uhr unter der Leitung des Kantors Johannes Lang der Vocalkreis Potsdam, Meier’s Clan Saxophonquartett und als Vorlesender Klaus Büstrin.

 

SONNTAG, 25. DEZEMBER

Würde man Maikäfer Sumsemann fragen, was er sich zu Weihnachten wünscht, wüsste er es sofort: sein sechstes Beinchen, das vor langer Zeit auf den Mond gezaubert wurde! Wie gut, dass ihn Anneliese und Peterchen auf seiner abenteuerlichen Reise zum Mond begleiten werden. Erzählt wird die Geschichte im Familienweihnachtskonzert: „Peterchens Mondfahrt“ nach Gerdt von Bassewitz um 17 Uhr im Nikolaisaal. Gezeigt wird eine Erzählfassung von Maria Sander und Stephan Holzapfel, musikalisch umrahmt vom Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt und Musik unter anderem von Gustav Holst, John Williams, Nikolai Rimsky-Korsakow, Antonio Vivaldi. Einzelplätze sind unter Tel.: (0331) 28 888 28 erhältlich. Ebenfalls nur noch wenige Plätze gibt es für die schauspielerstarke Komödie „Familiengeschäfte“ von Alan Ayckburn in der Regie von Tobias Wellemeyer am Hans Otto Theater (Schiffbauergasse 11). Ein Stück über Idealismus und Geschäft, Familie und Intrige, Geld und Gier. Beginn ist um 19:30 Uhr. Restkarten gibt es unter (0331) 98 11 8.

 

MONTAG, 26. DEZEMBER

Am zweiten Weihnachtsfeiertag lädt die Kammerakademie Potsdam um 18 Uhr im Nikolaisaal zum Weihnachtskonzert „Königliche Weihnacht“. Gegeben wird Joseph Haydns Sinfonie Nr. 25 in C-Dur, Carl Philipp Emanuel Bachs Oboenkonzert in a-Moll und Johann Sebastian Bachs Ricercare à 6 aus dem „Musikalischen Opfer“ sowie dessen Doppelkonzert für Violine, Oboe und Orchester. Der gefragte Oboist Ramón Ortega Quero spielt unter der Leitung von Peter Rainer.

Auch die Erlöserkirche (Nansenstraße) lädt zum „Weihnachtskonzert“ unter dem Motto „Spannende neue Sätze für altbekannte Weisen“. Die Vokalakademie Potsdam singt unter der Leitung von Ud Joffe Musik von Gustav Holst, Åke Malmfors, Sebastian Krause, Jürgen Essl, Kenneth Leighton, John Rutter und anderen. Karten gibt es an der Abendkasse ab einer Stunde vor Konzertbeginn.

Und wer an diesem Tag etwas mehr Rhythmus sucht, geht zu „The Glory Gospel Singers“. Die New Yorker sind um 17 Uhr in der Nikolaikirche (Am Alten Markt) zu Gast. Karten unter Tel.: (030) 479 974 50.

 

DIENSTAG, 27. DEZEMBER

Ebenfalls in der Nikolaikirche tritt um 19 Uhr der Don Kosaken Chor Serge Jaroff unter der Leitung von Wanja Hlibka auf. Die Mitglieder des Ensembles stammen aus großen russischen Opernhäusern und verfügen über akademische Stimmbildung. Wanja Hlibka selbst sang als Jüngster über zwölf Jahre im Original Don Kosaken Chor. Karten unter Tel.: (030) 479 974 50.

Wer nach den musikalisch reichhaltigen Weihnachtstagen erst einmal lieber in Sprachkunst baden will, geht ins Hans Otto Theater zu „Ein Sommernachtstraum“, diesem Stück William Shakespeares, das in Potsdam 1843 seine deutsche Erstaufführung erlebte. Ein Bühnentaumel in der Regie von Kersin Kusch. Beginn um 19.30 Uhr. Karten unter Tel.: (0331) 981 18.

 

MITTWOCH, 28. DEZEMBER

Was wäre ein Fest der Liebe ohne ein Stück über die Liebe? „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ von Joel Pommerat berichtet poetisch und humorvoll von der ewig erfolglosen Suche nach dem ewigen Gefühl. Beginn um 19.30 Uhr. Karten unter Tel.: (0331) 981 18. Auch in der Friedenskirche geht es um die Liebe – hier wird Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium, Teile V bis VI“ unter der Leitung von Johannes Lang gegeben. Es spielt die Kammerakademie Potsdam, es singt der Oratorienchor. Mit Christine Wolff und Anne Krauss (Sopran) sowie Susanne Langner (Alt), Volker Nietzke (Tenor). Torsten Meyer (Bass).

DONNERSTAG, 29. DEZEMBER

Ohne ihn kein Weihnachtsfest: „Der Nussknacker“ gastiert um 15 Uhr im Nikolaisaal, präsentiert vom Russischen Ballettfestival Moskau. P. Tschaikowsky. Karten unter Tel.: (0331) 28 888 28.

Für Freunde der virtuosen Stimmkunst, die der traditionellen Weihnachtstöne etwas überdrüssig sind, bietet sich als Alternative an diesem Tag Erika Stuckys „Call Me Helium – The Music of Jimi Hendrix“ im Waschhaus (Schiffbauergasse) an. Beginn 20 Uhr. Karten an der Abendkasse.

 

FREITAG, 30. DEZEMBER

Wie in jedem Jahr zeigt das T-Werk (Schiffbauergasse 4 e) zum Jahreswechsel seine Koproduktion „Carmina Burana“ mit dem Ensemble Alta Musica. Blockflöte, Pommer, Drehleier, Fidel, Schalmei, Saitentambourin kommen hier zum Einsatz, in der Regie von Jens-Uwe Sprengel. Beginn 20 Uhr. Tickets unter Tel.: (0331) 71 91 39.

Potsdam mal von oben sehen – und gleichzeitig fast 100 Jahre zurückreisen, das kann man im Filmmuseum (Breite Straße 1 a). Hier wird um 19 Uhr der Stummfilm „Das schlafende Paris“ von 1925 gezeigt, dazu drei stadtgeschichtliche Perlen, die Vorfilme „Mit L35 über Berlin und Potsdam“ (1918), „Sanssouci“ (1919) und „Potsdam“ (1920). Am Klavier begleitet Peter Gotthardt. Karten unter Tel.: (0331) 271 81 12 .

 

SAMSTAG, 31. DEZEMBER

Ein Ausblick auf das kommende Kinojahr mit zahlreichen Vorpremieren gehört im Babelsberger Thalia Programmkino (Rudolf-Breitscheid-Straße 50) zum festen Silvesterprogramm. Auch in diesem Jahr kredenzt Ihnen das Kino vorab Filme des Frühjahrs. Das volle Programm finden Sie hier online. Reservierungen sind ab 25. Dezember online oder unter Tel.: (0331) 743 70 20 möglich.

 

SONNTAG, 1. JANUAR

Der Förderverein lädt auch am ersten Tag des Jahres 2017 zum traditionellen Neujahrskonzert am Belvedere auf dem Pfingstberg ein. Der Eintritt dazu ist frei. Ab 12 Uhr spielt das Trio Intermezzo am Schloss. Es gibt Bratwurst, Glühwein und warme Getränke. Das Trio Intermezzo (Anja und Andreas Zühlke, Christoph Lipke) spannt den Bogen von alter Musik bis hin zu zeitgenössischen und modernen Stücken. Bei geeigneter Witterung werden außerdem die Türme in der Zeit von 11 bis 15 Uhr geöffnet.

So, kostenlos, draußen und rundum versorgt, lässt sich das überschattete alte Jahr hoffentlich abschütteln – und das neue gebührend begrüßen.