• Vertrag bis 2028 verlängert: Bettina Jahnke bleibt Intendantin des Hans Otto Theaters

Vertrag bis 2028 verlängert : Bettina Jahnke bleibt Intendantin des Hans Otto Theaters

Als Bettina Jahnke 2018 in Potsdam Intendantin wurde, war sie die erste Frau auf dem Posten seit 60 Jahren. Nun bleibt sie der Stadt fünf weitere Jahre erhalten.

Bettina Jahnke leitet das Hans Otto Theater seit 2018 - und bleibt bis mindestens 2028.
Bettina Jahnke leitet das Hans Otto Theater seit 2018 - und bleibt bis mindestens 2028.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Bettina Jahnke bleibt bis 2028 Intendantin des Hans Otto Theaters. Sie leitet das Haus seit der Spielzeit 2018/19, ihr aktueller Vertrag wäre 2023 ausgelaufen. Nun hat das Theater mitgeteilt, dass sie weitere fünf Jahre in Potsdam bleiben wird. Jahnke, die zuvor die Landesbühne in Neuss (Nordrhein-Westfalen) geleitet hatte, zeigte sich hocherfreut über die Verlängerung und nutzte die Gelegenheit, um sich ausdrücklich bei ihrem Team zu bedanken: "denn nur mit dessen Leidenschaft und Engagement konnten die letzten Jahre gemeistert werden."

Mehr Öffnung in Richtung Stadt, mehr DDR, mehr Frauen

Jahnke, 1963 in Wismar geboren, löste ihren Vorgänger Tobias Wellemeyer 2018 mit ehrgeizigen Vorhaben ab: Das Theater in der Schiffbauergasse sollte sich mehr in Richtung Stadt öffnen, sich vermehrt dem Erbe der DDR widmen, im Theaterbetrieb eine Frauenquote in der Regie anstreben. In der zweiten Spielzeit grätschte die Pandemie dazwischen und bremste diese Vorhaben erheblich aus. "Corona hat uns komplett aus der Kurve gehoben", sagte Jahnke im September 2021 anlässlich des Auftaktes ihrer vierten Spielzeit dieser Zeitung. Sie fühle sich trotz der drei Jahre in Potsdam noch wie am Anfang.

Anlässlich der Vertragsverlängerung in Zeiten der Pandemie sagte Jahnke nun: "Der mehr als zweijährige Ausnahmezustand der Coronapandemie, der die Spaltung unserer Gesellschaft noch sichtbarer gemacht hat, wie auch aktuell der verheerende Angriffskrieg auf die Ukraine stellen uns Theaterschaffende vor gewaltige Herausforderungen." Es sei wichtiger denn je, künstlerische Haltungen zu komplexen Themen zu finden und den Finger in schmerzhafte Wunden zu legen. "Gleichzeitig gilt es, das Theater wieder neu als einen Ort des Miteinanders, der Begegnungen und der Nähe zu etablieren."

"Eine tolle Intendantin"

Der parteilosen Kulturbeigeordneten Noosha Aubel zufolge hat Bettina Jahnke vieles davon bereits gut geschafft. "Bettina Jahnke ist eine tolle Intendantin", wird sie in der Mitteilung des Theaters zitiert. "Ihr ist es ganz hervorragend gelungen, das künstlerische Profil des Hans Otto Theaters zu schärfen und ein Ensemble mit Ausstrahlung und Renommee zu formen." Bettina Jahnke gilt auch als eine der Initiatorinnen des Netzwerkes KulturMachtPotsdam, indem sich Potsdamer Kulturakteure verschiedenster Sparten 2020 zusammengefunden haben.

Aubel lobte Jahnkes Engagement für die Gleichstellung von Mann und Frau und sagte: "Sie hat das Haus stärker in die Stadt hinein geöffnet und so erfolgreich neues Publikum gewonnen, ohne das Stammpublikum des HOT aus dem Auge zu verlieren." In der Pandemie habe Jahnke stets "soviel Kultur wie zulässig" ermöglicht. In der nächsten Zeit werde es darum gehen, das Publikum wieder stärker in das Theater zu holen. Dafür sei Bettina Jahnke genau die richtige Frau.

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.