• Unterstützung für Stiftungsmodell Potsdam Museum soll politisch unabhängig sein

Kultur : Unterstützung für Stiftungsmodell Potsdam Museum soll politisch unabhängig sein

Der Förderverein des Potsdam Museums begrüßt das Ansinnen der Potsdamer Kulturbeigeordneten Iris Jana Magdowski (CDU), die Prüfung eines Stiftungsmodells zu forcieren. In einem Pressegespräch am vergangenen Freitag hatte Magdowski erklärt, auf politischer Ebene den Prozess zur Prüfung zu forcieren, ob das bislang aus der Verwaltung herausgeführte Potsdam Museum in eine Stiftung des öffentlichen Rechts umgewandelt werden kann (PNN berichteten). „Aufgrund der vom Land Brandenburg gesteuerten Entscheidung des Oberbürgermeisters, die Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 aus dem Potsdam Museum herauszulösen und in eine kommunale Stiftung zu überführen, halten wir es für unabdingbar, das Potsdam Museum in gleicher Weise politisch unabhängig zu machen, wie es für die Gedenkstätte jetzt aus dem Büro des Oberbürgermeisters gefordert wurde,“ so der Vereinsvorsitzende Markus Wicke, der sich bereits vor über einem Jahr für die Prüfung einer alternativen Trägerschaft für das Potsdam Museum ausgesprochen hatte, in einer Pressemitteilung am gestrigen Mittwoch.

Wicke forderte zugleich, die wissenschaftlichen Mitarbeiterstellen für das Potsdam Museum aufzustocken: Das Haus benötige aus seiner Sicht dringend einen weiteren Historiker. „Angesichts der Tatsache, dass von Stadt und Land für die Gedenkstätte Lindenstraße künftig 4,5 Stellen vorgesehen sind, muss das Museum mindestens eine weitere zusätzliche Wissenschaftlerstelle für das Thema Zeitgeschichte erhalten. Alles andere wäre angesichts des breiten historischen Spektrums, das das Potsdam Museum künftig im neuen größeren Haus abdecken muss, unangemessen“, so Wicke.

Er gab zudem bekannt, dass sich der Vorstand des Fördervereins dazu entschlossen habe, sich nicht mehr an der Diskussion zur Trägerschaft der Lindenstraße 54/55 zu beteiligen. „Da Herr Jakobs bereits durch seinen Büroleiter in der Presse die neue Trägerstruktur als kommunale Stiftung als gesetzt verkünden ließ und auch bereits erste Namen für die offenbar nur noch pro forma auszuschreibenden Stellen bekannt gegeben hat, gehen wir davon aus, dass die Meinung von Bürgervertretern dazu nicht erwünscht ist und der von den Abgeordneten des Kulturausschusses vorgeschlagene Workshop dazu nicht mehr stattfindet“, so Wicke zur Begründung des Rückzuges. „Wir konzentrieren unsere wertvolle ehrenamtliche Zeit und Kraft jetzt lieber darauf, die Position des Potsdam Museums in der neuen zersplitterten Konstellation zu stärken.“

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüßt ebenfalls sehr, dass der von ihr initiierte Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 15. Dezember 2010, der die Verwaltung beauftragte, ein Stiftungsmodell für das Potsdam Museum zu untersuchen, jetzt engagiert bearbeitet und vom Förderverein unterstützt werden soll. „Immer wieder müssen wir feststellen, dass es zur Durchsetzung politischer Anregungen eines längeren gesellschaftlichen Diskurses bedarf. Umso mehr freuen wir uns über die Chance, dem Potsdam Museum eine eigene, der Bedeutung der städtischen Sammlungen angemessene Organisationsform zu geben“, erklärte Fraktionsvorsitzende Saskia Hüneke in einer Pressemitteilung. PNN