Überregional : Gehopst wie gesungen

Familienfest zum Abschluss der Tanztage

Astrid Priebs-Tröger

Yourina ist erst 16 Monate alt. Doch selbst ihr gehen die Rhythmen von Heiner Frauendorfs Akkordeon in die Beine. Als der Musiker im Wohnzimmer von Ludovic Fourest, dem Organisator der Kindertanztage, gemeinsam mit diesem für den großen Tanzparcours für Jung und Alt, der am morgigen Sonntag wieder anlässlich des Familienfestes der 5. Kinder- und Jugendtanztage stattfindet, probte, war die jüngste seiner Töchter kaum zu bremsen. Sie wollte die Übungen unbedingt nachmachen. Und das, obwohl es schon spät am Abend war und sie noch gar nicht so lange auf eigenen Beinen stehen kann.

Kinder brauchen was Konkretes, sagt Ludovic Fourest und erzählt begeistert, was er sich mit seinem Team für den bunten Abschlusstag der diesjährigen Potsdamer Tanztage alles ausgedacht hat. Während Alt und Jung am heutigen Samstagnachmittag beim Tanz-Theater-Spektakel „Sauer macht stutzig“ noch zuhören und -schauen sollen, ist ab morgen 11 Uhr Mitmachen ausdrücklich erwünscht. Und zwar für alle!

Das beginnt schon im „fabrik“-Garten mit Piotr´s Seifenblasen. Der polnische Straßenkünstler tritt auf „mit dem einfachsten Theater der Welt“ und verbreitet wunderbaren Alltagszauber. Als Clown ohne Nase, selbst schon fast der Opa-Generation zugehörig, wird er die Welt wieder mit Kinderaugen sehen. Diesmal hat er auch eigens für die Kleinsten kreierte Riesenseifenblaseninstrumente dabei. Die Erwachsenen können derweil beim englischen Liedermacher mit der Melone, Robert Metcalf, erfahren, wie sie mit ihrem eigenen Körper Geschichten erzählen und auf diese Weise mit ihren Kindern in einen kreativen Dialog treten können. Beim Familienkonzert wird Robert dann auch Liedgeschichten wie „Mein Papa rasiert sich nur am Sonntag“ zum Besten geben. Doch bevor es soweit ist, können Kinder ab 8 Uhr im Trickfilmstudio gemeinsam mit Studenten der HFF an einem Animationsfilm zum Thema „Wie man Dinge zum Tanzen bringt“ arbeiten. Eine DVD soll dabei entstehen, die jeder Teilnehmer dann mit nach Hause nehmen kann. Die Mutigen können aber auch an einem Doppeltrapez fliegend die Gesetze der Schwerkraft am eigenen Leib erfahren. Oder lieber doch nur mit Händen und Füßen und viel Farbe an der Malstation eine Riesenbahn weißes Papier zum Leben erwecken. Mit dieser soll dann zum Abschluss die ganze „fabrik“ eingewickelt werden.

Bei alledem ist Mittun der Älteren erwünscht. Aber es ist auch möglich, einfach mal alle fünfe gerade sein und sich im neugestalteten Café kulinarisch verwöhnen zu lassen. Doch spätestens zur großen Familientanzparty um 17 Uhr werden sicher alle gemeinsam mit ihren Kindern zu (Disko-)Klängen von Culcha Candela bis Seeed selbst das Tanzbein schwingen. Astrid Priebs-Tröger