Exklusivgespräch mit Donna Leon : Krimipäpstin hält Audienz in Potsdam

Ein Hauch von Venedig wehte durch Potsdam, als Bestsellerautorin Donna Leon vor ihrer Lesung bei der Lit:potsdam zum exklusiven PNN-Gespräch an die Havel kam.

Beim Besuch von Bestsellerautorin Donna Leon wehte Hauch von Venedig durch Potsdam.
Beim Besuch von Bestsellerautorin Donna Leon wehte Hauch von Venedig durch Potsdam.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Bevor Donna Leon heute Abend im ausverkauften Nikolaisaal die "Kriminacht" der diesjährigen LIT:potsdam bestreitet, lud die Königin des gesellschaftskritischen Krimis zu einem Gespräch in der Berliner Vorstadt ein. Ort für das exklusive PNN-Interview war, ganz im Geiste ihrer in Venedig angesiedelten Romane um den berühmten Commissario Brunetti das Yacht MS Sunshine.

Die Stadt Potsdam, die Leon zum ersten Mal vor etwa 15 Jahren als Touristin besuchte, habe durchaus italienische Qualitäten, sagte die Krimiautorin den PNN. An Potsdam lobte sie die Eleganz, das viele Wasser, das sie durchaus auch an Italien erinnere, ebenso wie die Schönheit des Ortes - alle das sei so ganz anders als Berlin, das so bodenständig und ehrlich sei. 

Commissario Brunettis 26. Fall

Der neue Roman "Stille Wasser", im englischen Original "Earthly Remains" ist der 26. Fall des Commissario Brunetti - und der erste, der auch Leon selbst zufolge als "Ökothriller" bezeichnet werden könne. Die Verantwortungslosigkeit, mit der Menschen mit der Erde und ihren Schätzen umgehen, empört die Autorin. Den Roman, der mit einem Bienensterben auf einer der Laguneninseln beginnt und die Verschmutzung der Gewässer um Venedig zum Thema hat, hätte sie in Anspielung auf "War and Peace" (Krieg und Frieden) am liebsten "War and Bees" genannt, berichtete die sprachspielverliebte Autorin - nur dass dann im Plot kein Platz mehr für das Militär war.

Humorvoll, zugewandt, politisch extrem wach und mit großem Empörungspotenzial in Umweltdingen - so zeigte sich die Krimipäpstin, die seit 1981 selbst in Venedig lebt und nur besuchsweise in den USA zu Gast ist, im Gespräch. In den letzten sieben Jahren war sie nur ein einziges Mal dort. Obwohl sie sich nach eigenen Angaben kaum für politische Dinge interessiert, ist ihr neuer Roman Ruth Bader Ginsburg gewidmet, einer Beisitzenden Richterin im Supreme Court, die vor der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten gesagt hatte, sie werde im Fall seiner Präsidentschaft auswandern. Ginsburg sei eine gute Freundin von ihr, die sie extrem bewundere, sagte Leon dazu. Ginsburg erinnere in angesichts des jetzigen US-Präsidenten daran, was amerikanischer Patriotismus wirklich sei. 

Das ganze Gespräch mit Donna Leon lesen Sie in der Montagsausgabe der Potsdamer Neuesten Nachrichten

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